Immer mehr Einsätze aber weniger Mitglieder

DRK Zollernalb geht Geld für Ehrenamtsarbeit aus

Hilfe für die Helfer - unter diesem Motto sucht das DRK Zollernalb Fördermitglieder. Denn die werden immer weniger. Doch die Einsätze der Ehrenamtlichen nehmen zu.

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Von Autor/in Julia Klebitz

Der Kreisverband Zollernalb e.V. des Deutschen Roten Kreuzes hat deutlich weniger Fördermitglieder als noch vor ein paar Jahren. Deswegen gehen die Einnahmen zurück und das Geld fehlt für die Ehrenamtsarbeit. Die allerdings ist für das Rote Kreuz sehr wichtig. Ohne das Ehrenamt wären Hundestaffel, Bergwacht und Jugendrotkreuz beispielsweise undenkbar. Dazu kommt: Das DRK hat laut den Verantwortlichen im Zollernalbkreis immer mehr Einsätze. Um all das auch künftig noch finanzieren zu können, wirbt das DRK jetzt massiv um neue Fördermitglieder und finanzielle Hilfe. Fördermitglieder profitieren auch selbst.

Ehrenamtliche retten mit Hunden und Drohnen

Fahrradunfall auf einem Trail mitten im Wald auf der Alb - das DRK ist schnell zur Stelle. Wo der Rettungswagen nicht durchkommt, hilft erstmal oft die Bergwacht. Wird ein Mensch vermisst, starten speziell ausgebildete Hundeführer mit ihren Tieren die Suche. Manchmal kommt auch eine Drohne zum Einsatz. Beim Jugendrotkreuz lernen junge Menschen, wie sie anderen im Notfall helfen. In der Schule kann man sich zum Schulsanitäter ausbilden lassen. Auch bei großen Veranstaltungen wie Konzerten sind Helfer des DRK im Einsatz.

An einer Plastikpuppe wird erste Hilfe geübt: mit einer Herz-Druck-Massage. Auch Ehrenamtliche des DRK Kreisverband Zollernalb bietet solche Kurse an.
Bei einem Erste-Hilfe-Kurs des DRK Kreisverbands Berlin-Zentrum wird eine Herzdruckmassage geübt. Auch Ehrenamtliche des DRK Kreisverbands Zollernalb bieten solche Kurse an.

DRK Zollernalb: rund 2.300 Ehrenamtliche

Rund 2.300 Menschen engagieren sich laut DRK im Zollernalbkreis ehrenamtlich beim Roten Kreuz für andere. Die Ehrenamtlichen brauchen allerdings eine Ausbildung und Ausrüstung. Jugendzeltlager oder psychosoziale Hilfe für Menschen, die Schicksalsschläge erlebt haben. Auch das "Wunschmobil", mit dem das DRK Schwerstkranken Herzenswünsche erfüllt, muss finanziert werden.

Immer mehr Einsätze aber weniger zahlende Mitglieder

Dazu kommt: Das Rote Kreuz hat laut den Verantwortlichen im Zollernalbkreis immer mehr Einsätze - wegen Extremwetter, aber auch weil Unfälle in der Freizeit zunehmen. Auch die Anforderungen würden steigen: Spezialisierte Strömungsretter in der Wasserwacht brauchen eine spezielle Ausbildung, Drohnenpiloten müssen geschult werden. Und auch die Kosten steigen. Fahrzeuge, medizinisches Material und Schutzausrüstung für Ehrenamtliche würden immer teurer.

Kranken- und Rettungstransporte nicht in Gefahr

Die Finanzierung von Krankentransporten und anderen Kernaufgaben des DRK ist zwar sichergestellt, weil sie nicht über Spenden und Fördergelder finanziert werden. Doch gerade für das Ehrenamt ist laut den Verantwortlichen Unterstützung wichtig.

Jahrelange Förderer fallen weg

Das Problem: Menschen, die das Rote Kreuz im Zollernalbkreis jahrelang unterstützt haben sterben oder scheiden aus anderen Gründen aus. Weniger junge Menschen schließen neu eine Mitgliedschaft ab. So geht es vielen Kreisverbänden des Roten Kreuzes.

Landesweiter Trend: Immer weniger Mitglieder

Laut dem DRK-Landesverband Baden-Württemberg gibt es einen generellen Trend zu weniger Fördermitgliedern. Schwierig neue Mitglieder zu bekommen sei es laut Pressesprecher Udo Bangerter vor allem in großen Städten. Dort gebe es unter anderem viele Alternativen, wo man sich engagieren könne. Außerdem würden sich die Menschen oft weniger einer Gemeinschaft verbunden fühlen als auf dem Land.

DRK-Mitglieder profitieren auch selbst

Im Zollernalbkreis ist das Rote Kreuz stark verwurzelt. Dennoch wirbt es jetzt mit Plakaten, Videos und auf Social Media in einer großen Kampagne für seine Arbeit und um neue Fördermitglieder. Das DRK bietet ihnen für ihre Unterstützung auch eine Gegenleistung: Mitglieder würden beispielsweise von einer 24-Stunden-Arzt-Hotline profitieren und es gibt einen Rückholdienst im In- und Ausland, wenn ein Mitglied krank ist.

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Autor/in
Julia Klebitz
Julia Klebitz Reporterin SWR Aktuell Studio Tübingen Regionalbüro Albstadt

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