Ein 17-Jähriger hat in Tübingen schwere Verletzungen an der Hand erlitten, weil ein Feuerwerkskörper explodierte. Wenige Kilometer weiter, in Kirchentellinsfurt, verletzte sich ein 15-Jähriger ebenfalls schwer, nachdem eine Feuerwerksbatterie unmittelbar nach dem Entzünden auslöste.
Fehler im Umgang mit Feuerwerkskörper
Die Feuerwehren im Bezirk des Polizeipräsidiums Reutlingen rückten etwa 80 mal aus. Meistens, so die Polizei, weil die Leute im Umgang mit den Feuerwerkskörpern Fehler gemacht haben. In Ammerbuch-Poltringen geriet so ein Wohnhaus in Brand: 70.000 Euro Schaden. In Reutlingen-Sondelfingen brannte ein Balkon an einem Hochhaus, was mindestens 30.000 Euro Schaden angerichtet hat. Die Polizei geht davon aus, dass ein Feuerwerk aus einer oberen Etage auf den Balkon geworfen wurde.
Feuerwehr musste Brände in Häusern löschen
Ebenfalls kurz nach Mitternacht brannte ein Dachstuhl in Bad Urach. Die Feuerwehr brauchte 66 Mitglieder und 12 Fahrzeuge, um diesen Brand zu löschen. Das Dach musste teilweise abgedeckt werden. Die Bewohner blieben unverletzt, ihre Wohnung ist aber nicht mehr bewohnbar. In der Tübinger Innenstadt wurden um Mitternacht mehrere Silvesterraketen in eine Menschenmenge abgefeuert. Eine Frau verletzte sich dabei leicht.
Außerdem fingen in der Region zahlreiche Hecken, Bäume, Altkleidercontainer oder Gartenmöbel Feuer.
Insgesamt 400 Einsätze des Polizeipräsidiums Reutlingen
Insgesamt meldet das Polizeipräsidium Reutlingen zum Jahreswechsel etwa 400 Einsätze in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen, Zollernalb und Esslingen. Bei den meisten Einsätzen ging es um Ruhestörungen, Streitigkeiten, Sachbeschädigungen und Ordnungsstörungen. Zudem wurden mehrere Körperverletzungen angezeigt und aufgenommen. Schwere Straftaten im Zusammenhang mit dem Jahreswechsel wurden aber, so die Polizei, nicht bekannt.
Dass das Polizeipräsidium Reutlingen in 24 Stunden 400 bis 600 Einsätze hat, sei gar nicht so unüblich, sagte ein Polizeisprecher dem SWR. Denn das Gebiet mit den Kreisen Tübingen, Reutlingen, Esslingen und Zollernalb sei größer als das Saarland. Die Polizei spricht deshalb von einem arbeitsintensiven Jahreswechsel "ohne herausragende Vorkomnisse". Von solchen spreche man, wenn Menschen etwa durch Feuerwekrskörper sterben - das sei in der Region glücklicherweise nicht passiert. In den letzten Jahren habe es ähnlich viele Silvester-Einsätze gegeben.
Auch im Polizeipräsidium Pforzheim habe sich die Zahl der Einsätze in den vergangenen Jahren kaum verändert, so ein Sprecher. Dort rückte die Polizei 250-mal aus, davon 100-mal in die Pforzheimer Innenstadt. An regulären Tagen liege die Zahl der Einsätze innerhalb von 24 Stunden im niedrigen dreistelligen Bereich.