In Albstadt-Ebingen (Zollernalbkreis) ist am Dienstagmittag Gas ausgetreten. Die Innenstadt wurde deshalb weiträumig abgesperrt. Die Ursache für den Gasaustritt: Wie die Polizei Reutlingen am Dienstag mitteilte, war bei Bauarbeiten in der Unteren Vorstadt eine Gasleitung angebohrt worden. Das Bauunternehmen hatte daraufhin selbst den Notruf gewählt.
Weil die beschädigte Leitung nicht sofort abgedichtet werden konnte, mussten die umliegenden Gebäude vorsorglich evakuiert werden. Rettungskräfte und mehrere Feuerwehren, darunter auch Spezialteams, waren vor Ort, um das Leck zu schließen. Gegen 17 Uhr konnte laut Polizeipräsidium Reutlingen die beschädigte Gasleitung schließlich abgedichtet werden. Der Einsatz dauerte noch bis kurz vor Mitternacht an.
Anwohner kehren in ihre Häuser zurück
Gegen 00:00 Uhr konnten auch die Anwohner in ihre Häuser zurückkehren und wurden durch die Albstadtwerke wieder mit Gas und Strom versorgt, so Stadtbrandmeister Thomas Daus. Ein Anwohner habe einen Schwächeanfall erlitten und sei vom Rettungsdienst versorgt worden. Ansonsten wurde nach derzeitigem Kenntnisstand niemand verletzt.
Entwarnung auf NINA: Keine Gefahr mehr
Die Integrierte Leitstelle Zollernalb hatte eine Warnmeldung über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App NINA herausgegeben. Darin wurde dazu aufgefordert, das betroffene Gebiet zu meiden und keine brennenden Zigaretten und Streichhölzer wegzuwerfen. Am späten Dienstagabend hatte die Leitstelle die Warnung aufgehoben - nach entsprechenden Überprüfungen der Feuerwehr, wie die Polizei mitteilte.
Albstadt: Betroffene wurden in Festhalle betreut
Die 25 umliegenden Gebäude mussten während der Reparaturarbeiten nach Angaben der Stadt evakuiert werden. Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden in der Zwischenzeit in der nahegelegenen Festhalle betreut. Außerdem hat die Stadt Albstadt ein Bürgertelefon eingerichtet, um Fragen der Bevölkerung zu beantworten. Bislang wird der entstandene Sachschaden auf rund 100.000 Euro geschätzt, so das Polizeipräsidium Reutlingen.
Albstadts OB: Viel Gas ins Freie und in die Kanalisation ausgetreten
Wie Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) dem SWR vor Ort mitteilte, war während des Lecks relativ viel Gas ins Freie und in die Kanalisation ausgetreten. In Sachen Gas handle man in Albstadt immer "sehr sicher und sehr akribisch", sagte Tralmer. Es werde wahrscheinlich auch noch ein paar Tage nach Abschluss der Reparaturarbeiten nach Gas riechen, gefährlich sei dies aber nicht.
Das Thema Gas ist für Albstadt ein besonders sensibles. Erst vor zwei Wochen ist ein Haus im Ortsteil Tailfingen vermutlich wegen eines Gasaustritts explodiert. Eine dreiköpfige junge Familie kam dabei ums Leben. Weil das Haus mit Gas beheizt wurde, ging man früh von einer Gasexplosion aus. Doch noch laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei - mit offenem Ausgang.