Eine Mehrheit (52,2 Prozent) hat am Sonntag in Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) mit "Nein" und somit gegen Windkraft auf kommunalen Waldflächen gestimmt. Das gab die Verwaltung am Sonntagabend bekannt. Allerdings wurde das notwendige Quorum von 20 Prozent aller Wahlberechtigten nach Angaben der Stadt nicht erreicht. Somit entscheidet nun der Gemeinderat.
Bürgerentscheid in Horb: Knapp 20.000 Wahlberechtigte
Konkret wurden die Bürgerinnen und Bürger am Sonntag gefragt: "Sollen Waldflächen, die sich im Eigentum der Stadt Horb am Neckar befinden, für die Nutzung durch Windkraftanlagen zur Verfügung gestellt werden?" Wahlberechtigt waren nach Angaben der Stadt 19.792 Bürgerinnen und Bürger, für "Nein" stimmten 3.915 Wahlberechtigte, für "Ja" 3.589.
In Horb am Neckar hatten Gegner des Windkraft-Projekts den Bürgerentscheid angestrengt. Sie wollen nicht, dass im Wald irgendwann Windräder gebaut werden. Auch der Naturschutzbund (NABU) Horb ist gegen Windkraft im Wald. Zum einen, weil man die Wälder in Zeiten des Klimawandels brauche. Zum anderen gebe es vor allem in einem umstrittenen Waldgebiet bei Horb-Rexingen, dem "Großen Hau", viele geschützte Tierarten, wie Milane und Fledermäuse. Der Bürgerentscheid beendet eine über Monate geführte Debatte, in der es unter anderem um Eingriffe in den Wald, aber auch die Höhe möglicher Pachteinnahmen ging.