Nach dem Tod eines 61-jährigen Teilnehmers während einer geführten Tour in der Falkensteiner Höhle am 1. Mai stehen die Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen bei Höhlentouren im Mittelpunkt der Diskussion. Der Bürgermeister von Grabenstetten, Patrick Docimo, betonte, dass die Sicherheitsstandards der Höhle hoch seien und alle Vorgaben eingehalten würden, um solche Touren sicher zu gestalten.
Bürgermeister von Grabenstetten: Sicher in die Höhle
Laut Patrick Docimo (parteilos), Bürgermeister von Grabenstetten, gibt es zwei von der Gemeinde zugelassene Anbieter, die jährlich rund 1.600 Höhlentouren durchführen. Alle Tourguides seien ausgebildete Rettungshelfer, die über detaillierte Kenntnisse der Höhlenverhältnisse verfügen.
"Für eine Genehmigung muss der Nachweis erbracht werden, dass die Teilnehmer oder der Anbieter über eine Versicherung verfügen, die im Notfall die Bergungskosten abdeckt", erklärte der Bürgermeister weiter. Dies sei eine der zentralen Auflagen, um eine Tour in der Höhle durchführen zu dürfen. Außerdem gebe es für die Tourenanbieter ein vorgeschriebenes Betreuungsverhältnis von 1:2 beziehungsweise 1:3, so Docimo. Bei der Tour am 1. Mai waren drei Tourguides mit sechs Höhlenbesuchern unterwegs, als in 1,3 Kilometern Tiefe ein 61-jähriger Mann einen medizinischen Notfall erlitt und in der Höhle starb.
Dieser medizinische Vorfall hätte auch unabhängig von der Höhle stattfinden können, auch bei einer längeren Wanderung oder sonstiges. Die Höhle ist nicht Grund für diesen medizinischen Notfall gewesen.
Fit für die Höhle: Sicherheit beginnt vor der Tour
Trotzdem tauchen Fragen auf, zur Sicherheit der Teilnehmer. Diese beginne bereits vor dem Betreten der Höhle, so Docimo. Alle Teilnehmenden einer Tour müssen vorab schriftlich bestätigen, dass sie keine Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Epilepsie haben, sagt Jochen Hintz, Inhaber von Coyote Tours auf Anfrage des SWR. Dies solle gesundheitliche Risiken während der Touren minimieren. Laut Angaben des Veranstalters der betroffenen Tour hatte der verstorbene Teilnehmer keine bekannten gesundheitlichen Einschränkungen.
Der Bürgermeister von Grabenstetten, Patrick Docimo, bedauert den Vorfall und verweist auf die strengen Auflagen für Anbieter und Teilnehmer. Trotz der Einhaltung aller Sicherheitsprotokolle und der sofortigen Wiederbelebungsversuche durch die Ersthelfer hätte das Leben des 61-Jährigen nicht gerettet werden können.