Der Sigmaringer Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern will mit seiner Unternehmensgruppe in Hechingen Wohnhäuser bauen. Das kommt in der Stadt nicht gut an. Der Streit um die Pläne des Fürsten hat schon die Stadtverwaltung, den Gemeinderat und das Regierungspräsidium beschäftigt. Jetzt liegt der Fall beim Verwaltungsgericht Sigmaringen.
Ursprünglich waren Mehrfamilienhäuser geplant
Noch stehen auf der Wiese in einem Hechinger Wohngebiet Fußballtore und ein Spielplatz. Ob sie bleiben, ist noch unklar. Aktuell duldet die Firmengruppe Fürst von Hohenzollern sie, heißt es von der Stadt Hechingen. Die Wiese gehört nämlich dem Fürsten. Er will dort schon seit Jahren Wohnhäuser bauen - und das sorgt für Ärger: Zunächst hatte seine Unternehmensgruppe Mehrfamilienhäuser geplant. Die Bürgerschaft reagierte mit Protest. Die Hechinger Verwaltung lehnte den Bauvorantrag schließlich ab - auch wenn überall dringend Wohnraum gebraucht wird.
Von den Mehrfamilienhäusern ist die Unternehmensgruppe des Fürsten mittlerweile abgekommen. Aktueller Plan: Sie will auf der Wiese zwei Doppelhäuser bauen - 18 Meter breit, maximal acht Meter hoch. Auch diese Pläne allerdings haben die Stadt Hechingen und deren Gemeinderat abgelehnt. Dagegen klagt der Fürst.
Stadt hat die Fläche für anderes reserviert
Das Argument der Stadt: Die Wiese gehört ihr zwar nicht, sie hat sie aber schon lange als sogenannte Gemeindebedarfsfläche ausgewiesen. Eine Fläche, die der Allgemeinheit dienen soll. Und auf der zum Beispiel öffentliche Gebäude stehen können. Das ist grundsätzlich erlaubt. Fraglich allerdings ist, so hat es die Sigmaringer Verwaltungsrichterin im Prozess betont, ob die Stadt konkret genug gemacht hat, was sie für die Fläche vorsieht. Sportplätze? Ein Jugendzentrum? Eine Pflegeeinrichtung? Vieles ist möglich - laut Richterin müsse aber "eine Richtung erkennbar sein".
Am Dienstag haben sich Verwaltungsrichter die Wiese angeschaut. Das Gericht will in den kommenden Tagen entscheiden, ob die Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern in Hechingen grundsätzlich Doppelhäuser bauen darf. Dann müsste die Stadt die Baupläne weiter prüfen.
Bürger fürchten, dass Doppelhäuser nur "der Anfang" sind
Bei einigen Bürgerinnen und Bürgern kommen die Pläne nicht gut an. Ein paar sind zur Verhandlung ins Hechinger Rathaus gekommen. Schon als der Fürst Mehrfamilienhäuser geplant hat, haben sie Unterschriften dagegen gesammelt. Jetzt fürchten sie, dass zwei Doppelhäuser erst der Anfang sein könnten. Sie wollen die Grünfläche erhalten.