In der Region Megalopolis in Griechenland haben Tübinger Forschende als Teil eines internationales Teams eine besondere Entdeckung gemacht. An der Ausgrabungsstelle Marathousa 1 sind sie auf Holzwerkzeuge gestoßen. Mit einem Alter von mehr als 430.000 Jahren dürften es die ältesten der Menschheit sein.
Tübinger Forschende: Völlig neue Art von Holzwerkzeugen
Damit beweisen die Forschenden aus Tübingen, Großbritannien und Griechenland, dass Menschen noch früher Werkzeuge benutzt haben als ursprünglich gedacht. Holzwerkzeuge aus der Urzeit sind eine echte Seltenheit. Im Gegensatz zu Steinwerkzeugen bleiben sie aufgrund ihres empfindlichen Materials nur selten so gut erhalten.
Der Fund erweitert unser Wissen um mehr als 40.000 Jahre und liefert uns Informationen über eine völlig neue Art von Holzwerkzeugen, die bisher unbekannt waren.
Stock als Holzwerkzeug zum Graben
Die Forschenden haben die Fundstücke unter dem Mikroskop akribisch untersucht. Dass es sich dabei nicht einfach um gewöhnliche Stöcke handelt, zeigen Bearbeitungs- und Gebrauchsspuren. Die Forschenden vermuten, dass es sich bei einem langen Stock aus Erlenholz um ein Werkzeug zum Graben und zum Ablösen von Rinde handelt.
Bei einem zweiten Fundstück aus Weiden- oder Pappelholz ist die Funktion noch nicht bekannt. Das fünf Zentimeter lange Holzstück scheint aber auch als Werkzeug benutzt worden zu sein. Bei der Fundstelle gehen die Expertinnen und Experten davon aus, dass es sich um einen ehemaligen Schlachtplatz am Ufer eines Sees handelt. Zuvor wurden an der Stelle bereits ein zerlegter Ur-Elefant und noch weitere Tiere gefunden.
Wir haben die bisher ältesten hölzernen Handwerkzeuge der Menschheit entdeckt sowie auch den ersten Nachweis dieser Art aus Südosteuropa.
Die Tübinger Archäologin und Projektleiterin Katerina Harvati freut sich über den Erfolg: "Der Fund erweitert unser Wissen um mehr als 40.000 Jahre und liefert uns Informationen über eine völlig neue Art von Holzwerkzeugen, die bisher unbekannt waren", so Harvati.