Mehrere Tage Anlieferung. Mehrere Tage Aufbau. Es ist schon ein ganz spezieller Kran, der zwischen der Ulmer Wallstraßenbrücke und dem Möbelhaus IKEA zum Einsatz kommt. Ulms Baubürgermeister Tim von Winning (parteilos) ist sich sogar ziemlich sicher, dass die Stadt noch nie einen größeren Kran gesehen hat. Am Freitag soll er mit dem Abbruch der B10-Brücke loslegen.
Größter Kran für größte Baustelle
Es ist das größte Bauprojekt in Ulm. Dass hier auch die größten Arbeitsmaschinen zum Einsatz kommen, ist ja fast schon selbst redend. Dennoch: Angesichts dieses riesigen Kolosses bekam Gerhard Fraidel bei der Vertragsunterzeichnung "feuchte Hände", erklärt der städtische B10-Projektleiter.
Allein die Vorbereitung der Fläche und der Aufbau des Krans sollen rund eine Million Euro kosten, verrät Fraidel. "Wir sind gut in der Zeit", so der Projektleiter. "Insgesamt läuft die Baustelle sehr gut." Drei Jahre habe er auf diesen Moment hingefiebert - der Abbruch der Wallstraßenbrücke geht los.
Konkurrenz zum Ulmer Münster
80 Schwertransporter brachten mehrere Tage und vor allem Nächte lang die Einzelteile nach Ulm. Seitdem wurde fleißig aufgebaut. Seit Donnerstag steht der Koloss mit dem Namen LR 11.000 der Firma Liebherr.
Bis zu 126 Meter hoch wird der Kran dann sein, erklärte Max Fus vom beauftragten Unternehmen Max Wild im Vorfeld. Er ist Oberbauleiter für den Bereich Brückenabbruch. Theoretisch könnte er ganz ausgefahren sogar höher als das Ulmer Münster werden. Für Fus ist die Arbeit mit dem Kran "ein Highlight. Aber wir beschäftigen uns das ganze Jahr mit Brücken, werden wir schon hinkriegen."
B10-Baustelle verändert sich "Stück für Stück"
Der Kran soll große Brückensegmente herausheben und auf eine Fläche legen, wo diese schweren Teile dann zerkleinert werden. Bis zu 400 Tonnen wiegt so ein Segment, so Fus. Ein riesiges Gerüst unter der Wallstraßenbrücke verhindert ein Abstürzen der Brückenteile, sobald diese abgesägt wurden.
Stück für Stück wird die Brücke scheibchenweise abgeschnitten.
"Stück für Stück wird die Brücke scheibchenweise abgeschnitten", führt Fus aus. Damit er dabei nicht umkippt, hat der Kran eine Ballastpalette von etwa 350 Tonnen als Gegengewicht. Bis Ende März soll der Koloss mit seiner Arbeit dann fertig sein.
Baustellenführungen stark nachgefragt
Und diese Arbeit können Kranfans aus der Ferne beobachten. Die Stadt empfiehlt hier eine Aussichtsplattform in der Straße Heckenbühl. Hier findet auch am 1. März eine extra eingerichtete Baustellensprechstunde um 10 Uhr statt, bei der keine Anmeldung nötig ist.
Denn klassische Baustellenführungen seien so stark nachgefragt und schnell ausgebucht, dass die Stadt künftig bei der Abwicklung auf die Erfahrung der Ulm/Neu-Ulm Touristik setzt. Buchungen sind dann dort möglich.