Das größte Ulmer Verkehrsprojekt, die Erneuerung der B10 und der Umbau des Blaubeurer Rings, geht in die nächste Phase. Mit dem Abriss der Wallstraßenbrücke wird die Kienlesbergstraße ab dem 13. Februar bis zum 10. April gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Lehrer-Tal-Weg und Beim Alten Fritz, eine wichtige Verbindung zwischen Eselsberg und der Innenstadt. Die Sperrung hat Folgen für Auto- und Radfahrer sowie für den Bus- und Bahnverkehr.
- Umleitungen für Autos und Lkw
- Einschränkungen für Bus- und Bahnverkehr
- Umleitungen für den Fuß- und Radverkehr
Rückbau der Wallstraßenbrücke
Mit dem Rückbau der Wallstraßenbrücke ist ein weiterer Schritt im Großbauprojekt erreicht. Weil unter der Brücke 14 Gleise verlaufen, muss zuerst ein 850 Tonnen schweres Gerüst aufgebaut werden. Dafür werden rund 100 Gerüstbauer benötigt, die zwei Wochen rund um die Uhr arbeiten. Das Gerüst soll die abgesägten Brückenteile tragen. Die Teile werden dann von einem Raupenkran, so hoch wie das Ulmer Münster, abgehoben.
Umleitungen für Autofahrer und Lkw
Alle die mit dem Auto unterwegs sind, müssen sich auf längere Umwege einstellen. Wer künftig von Süden kommend auf die Westseite der B10 will, wird über den Blaubeurer Ring auf die Blaubeurer Straße umgeleitet. Von dort geht es dann über die Lupferbrücke auf die andere Seite der Bahngleise Richtung Eselsberg.
Von der Innenstadt ist der Weg östlich der B10 zum Michelsberg weiterhin frei, über Karlstraße und Neutorbrücke.
Vom Lehrer-Tal-Weg oder Mähringer Weg kommend, führt die Umleitung in die Innenstadt über Am Bleicher Hag, In der Wanne und den Berliner Ring.
Lkw können während der Sperrung nicht mehr an der B10-Abfahrt Richtung Kienlesbergstraße abfahren und werden über die Stuttgarter Straße zum Michelsberg umgeleitet.
Einschränkungen für Bus- und Bahnverkehr: Stadt stellt Lotsen
Durch den Abbruch der Wallstraßenbrücke kommt es auch im Nahverkehr zu Umleitungen und Fahrplanänderungen. Die Sperrung der Kienlesbergstraße hat zur Folge, dass hier keine Straßenbahnen mehr fahren können. Das wird besonders für Studierende und Klinikangestellte an der Uniklinik Einschränkungen mit sich bringen. Wer Richtung Uni und Kliniken will, muss künftig am Ehinger Tor oder am Hauptbahnhof auf Schienenersatzverkehr umsteigen.
Die Straßenbahnlinie 2 wird in Richtung Science Park als Bus über die Blaubeurer Straße und die Lupferbrücke umgeleitet. Die Haltestellen Stadtwerke, Lehrer Tal und Multscherschule entfallen. In Richtung Donauhalle/Messe verkehrt die Linie 2 weiter als Tram ab Theater über die Haltestellen der Straßenbahnlinie 1.
Auch die regionalen Zuglinien zwischen Ulm und Herrlingen (RE55, RS3, RB59) sind von der Sperrung betroffen. Sie werden umgeleitet oder teils durch Busse ersetzt. Über weitere Umleitungen, die fast alle Buslinien in Ulm betreffen, informiert der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund auf seiner Webseite.
Für die ersten Tage der Sperrung stellt die Stadt mehrere Lotsen, die beispielsweise am ZOB, dem Hauptbahnhof und dem Ehinger Tor über aktuelle Fahrpläne informieren.
Umleitungen für den Fuß- und Radverkehr
Wer mit dem Rad von der Ostseite der B10 auf die Westseite will, wird über eine Umleitung am Heckenbühl entlang über die Neutorbrücke geführt. Außerdem gibt es noch eine Umleitung entlang der Baustelle am Blaubeurer Tor Richtung Schillerstraße. Diese Routen gelten auch für alle, die zu Fuß unterwegs sind.
Sperrung der Kienlesbergstraße: Nicht das letzte Mal
An der Straßenbahnhaltestelle Lehrer Tal standen am Freitag teils mehrere Menschen sichtlich verwirrt herum. Eine Dame beklagte sich, dass sie mit den geänderten Haltestellen nur schwer zurechtkäme.
Ich komm schlecht mit der Umstellung klar, ich bin auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen.
Auch eine Ärztin aus Ulm schildert Probleme: Die Ersatzbusse können den geplanten Fünf-Minuten-Takt oft nicht einhalten. Für eine Strecke von der Weststadt zur Uniklinik benötigte sie am ersten Tag der Sperrung eine halbe Stunde länger als zuvor.
An Umleitungen, Ausfälle und Ersatzverkehr sollten sich alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gewöhnen. Bis 2029 wird die Kienlesbergstraße noch drei weitere Male gesperrt - immer dann, wenn alte Brückenteile abgenommen oder neue Brückenteile eingesetzt werden.