Es sieht täuschend echt aus: Das gefälschte Instagram-Profil von Mutlangens Bürgermeisterin Stephanie Eßwein (parteilos). Das selbe Profilbild, der selbe Text als Profil-Beschreibung. Nur durch Kleinigkeiten ist der Fake vom echten Account zu unterscheiden. Im Namen des Profils ist ein "e" zu viel und chinesische Schriftzeichen haben sich in die Beschreibung eingeschlichen. Die Bürgermeisterin von der Ostalb befürchtet: Menschen könnten in die Irre geführt werden. Zuerst berichtete die Gmünder Tagespost.
Fake-Profil auf Instagram: Betrüger wollen Daten der Follower
Diese sogenannten "digitalen Zwillinge" versuchen, durch geschickte Nachrichten persönliche Daten von Followern zu ergaunern. Denn während das echte Profil von Stephanie Eßwein öffentlich zugänglich ist, muss man dem gefälschten folgen, um die Inhalte zu sehen.
Wenn man das tut, bekommt man eine Nachricht geschickt, man solle einer WhatsApp-Gruppe für ausgewählte Personen beitreten um dort noch schneller und direkter von der Bürgermeisterin informiert zu werden. "Die wollen dadurch Daten abgreifen. Handynummer, Alter. Wir denken, um dadurch Rückschlüsse auf PIN-Nummern oder ähnliches zu ziehen", meint Stephanie Eßwein.
Das ist schon echt besorgniserregend, [...] beängstigend und total ärgerlich.
Ihr "falscher" Account hat mittlerweile schon fast 300 Follower. Gelöscht worden ist er bislang noch nicht. "Das ist schon echt besorgniserregend", sagt Eßwein. Dass ihr Foto, ihre Identität von Betrügern benutzt wird, empfindet sie als "beängstigend und total ärgerlich."
Zahlreiche Oberbürgermeister betroffen
Das Problem der Fake-Profile scheint kein lokales zu sein. Denn wie Stephanie Eßwein geht es auch Schwäbisch Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU).
Das ist so täuschend echt gemacht [...], dass die Leute wirklich glaubten, der Oberbürgermeister will dieses oder jenes wissen und haben die Daten dann hergegeben.
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Er ist bereits drei Mal Opfer von Fake-Profilen auf Instagram geworden. "Das ist so täuschend echt gemacht, mit meinem Bild. Nur Kleinigkeiten sind da verändert. So, dass die Leute wirklich glaubten, der Oberbürgermeister will dieses oder jenes wissen und haben die Daten dann hergegeben", beschreibt Richard Arnold die Masche der gefälschten Profile.
Bislang hat er es immer geschafft, dass Instagram die gefälschten Profile löscht. Oft kommt dann nach kurzer Zeit einfach ein Neues. Eine schnelle Suche auf Instragram zeigt: Auch von Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting (SPD) und der Hüttlinger Bürgermeisterin Monika Rettenmeier gibt es gefälschte Profile in den sozialen Medien.
Auch über den Ostalbkreis hinaus findet man viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die betroffen sind, zum Beispiel Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD).
Was kann man gegen Fake-Profile tun?
Stephanie Eßwein hat ihr gefälschtes Profil bei Instagram gemeldet und hofft, dass es so schnellstmöglich wieder verschwindet. Sie hat aber auch rechtliche Schritte eingeleitet und es bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Davon erhofft sie sich aber keinen großen Erfolg. Denn für die Beamten ist es oft aber gar nicht so einfach, den Ersteller des Profils ausfindig zu machen, erklärt Jonas Ilg vom Polizeipräsidium Aalen.
Wenn jemand ein Fake-Profil zur Anzeige bringt, muss zuerst untersucht werden ob sich anhand der Daten, die bei der Erstellung des Profils angegeben wurden, ein Hinweis auf die verdächtige Person ergibt. Zum Beispiel durch die E-Mail-Adresse.
Im weiteren Verlauf sei dann auch oft die Zusammenarbeit mit den Unternehmen ausschlaggebend, die die Social-Media-Seiten betreiben. Das verlaufe je nach Firma mal besser, mal schlechter, so Ilg weiter. Genaue Zahlen dazu, wie viele solcher Fälle tatsächlich geklärt werden können, gebe es nicht.