Ein Stück Aalener Geschichte erstrahlt in neuem Glanz: Wo früher Schranken händisch bedient wurden, gibt es heute was zu essen. Und zwar Currywurst mit Pommes. Wie sich das ehemalige Bahnwärterhäuschen am Kocher zum Imbiss verwandelt hat.
"Haben versucht, den Charakter des Bahnwärterhäuschens beizubehalten"
In der Currywurst-Bude "Mir Wurschd" ist am Donnerstagmittag viel los. Es riecht nach Fett, die Menschen drängeln sich vor der Theke. Eine Wurst nach der anderen wechselt den Besitzer, dazu gibt es meist Pommes. Einiges hat sich hier in den vergangenen Monaten verändert. Der Moder ist weg, der verlassene Häuschen proppenvoll: "Es ist nach und nach total zugewachsen", erinnert sich ein Gast. Und er fügt an: "Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass es so toll hergerichtet wird."
Um das alte Bahnhäuschen Currywurst-reif zu bekommen, musste das heruntergekommene Haus aufwendig saniert werden. Dabei durften die Unternehmer aber nicht frei Schnauze loslegen. Denn es gab eine Vorgabe der Stadt: Das Bahnhäusle muss erkennbar bleiben, es soll weitestgehend aussehen wie früher, nur eben modern.
Modern ist es allemal geworden. Sie habe ausschließlich hochwertig eingerichtet, erzählt Geschäftsführerin Sera Leyla. Gemeinsam mit ihrem Cousin leitet sie den Imbiss. "Wir haben natürlich schon versucht, den Charakter beizubehalten, aber wir haben es in die Zeit von 2026 gebracht", so die Unternehmerin. "Man muss mit dem arbeiten, was die Räumlichkeit vorgibt", so die gebürtige Aalenerin.
Mit Pommes, Bratkartoffeln oder im Glas Leckere Rezepte für selbstgemachte Currywurst
Vom 31. Januar bis zum 2. Februar findet in Neuwied wieder das Festival der Currywurst statt. Bei uns findet ihr leckere Rezepte zum Selbstmachen des beliebten Imbiss-Klassikers.
"Da hat man die Herausforderung, auf engstem Raum das Maximum an Plätzen zu schaffen, aber auch nicht an der Gemütlichkeit und am Wohlbefinden einzusparen"
Früher Wohnhaus und Arbeitsplatz, heute Imbissbude
Wo heute digitale Kassensysteme mit Touchscreens die Arbeit machen, war früher Arbeitsplatz und gleichzeitig Wohnort des Bahnwärters. Seine Aufgabe war es, den Bahnübergang zu überwachen. Wenn ein Zug durchkam, musste er die Schranken händisch öffnen und schließen, zudem Lokführern Zeichen geben und Gleisanlagen kontrollieren. Bahnwärterhäuschen waren früher weit verbreitet, der technische Fortschritt hat sie heute weitestgehend überflüssig gemacht.
Inzwischen gibt es neben dem Häusle in Aalen gar keine Schienen mehr. Die wurden vor langer Zeit verlegt und durch Asphalt ersetzt. Allein das kleine Gebäude erinnert daran, wie es hier früher einmal aussah. Zumindest der Kocher auf der anderen Seite des Häuschens fließt, wie damals schon, unbekümmert vor sich hin.
Nicht nur die klassische Currywurst im Angebot
Die frisch gebackene Imbissbude ist seit ihrer Eröffnung am 31. Januar stets gut besucht. "Es sieht sehr gemütlich aus, sehr angenehm", sagt ein Kunde, der gerade eine frische Currywurst abgeholt hat. "Es sieht rustikal aus, und das Haus macht auch von außen richtig viel her. Gefällt mir!", sagt ein anderer Gast.
Neben der klassischen Currywurst gibt es auch Hot Dogs und eine vegetarische Alternative. In einer - und der wichtigsten - Sache waren sich alle Gäste einig: Die Currywurst im neuen alten Bahnwärterhäusle schmeckt.