Skurriler Imbiss in Aalen

Currywurst statt Züge: Vom verlassenen Bahnwärterhäuschen zur Hightech-Currywurstbude

Wo früher Züge überwacht und Schranken händisch bedient wurden, gibt es heute Currywurst. Das historische Bahnwärterhäuschen in Aalen wurde aufwendig saniert. Wie kommt der Umbau an?

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Von Autor/in Jannik Volz, Maximilian Springer

Ein Stück Aalener Geschichte erstrahlt in neuem Glanz: Wo früher Schranken händisch bedient wurden, gibt es heute was zu essen. Und zwar Currywurst mit Pommes. Wie sich das ehemalige Bahnwärterhäuschen am Kocher zum Imbiss verwandelt hat.

"Haben versucht, den Charakter des Bahnwärterhäuschens beizubehalten"

In der Currywurst-Bude "Mir Wurschd" ist am Donnerstagmittag viel los. Es riecht nach Fett, die Menschen drängeln sich vor der Theke. Eine Wurst nach der anderen wechselt den Besitzer, dazu gibt es meist Pommes. Einiges hat sich hier in den vergangenen Monaten verändert. Der Moder ist weg, der verlassene Häuschen proppenvoll: "Es ist nach und nach total zugewachsen", erinnert sich ein Gast. Und er fügt an: "Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass es so toll hergerichtet wird."

Um das alte Bahnhäuschen Currywurst-reif zu bekommen, musste das heruntergekommene Haus aufwendig saniert werden. Dabei durften die Unternehmer aber nicht frei Schnauze loslegen. Denn es gab eine Vorgabe der Stadt: Das Bahnhäusle muss erkennbar bleiben, es soll weitestgehend aussehen wie früher, nur eben modern.

So sah das Bahnhäusle früher aus. Das schwarz-weiß-Bild mit einer Familie im Vordergrund hängt an der Wand in der Currywurst-Bude erinnert an vergangene Zeiten.
So sah das Bahnhäusle früher aus. Das Bild hängt an der Wand in der Currywurst-Bude erinnert an vergangene Zeiten.

Modern ist es allemal geworden. Sie habe ausschließlich hochwertig eingerichtet, erzählt Geschäftsführerin Sera Leyla. Gemeinsam mit ihrem Cousin leitet sie den Imbiss. "Wir haben natürlich schon versucht, den Charakter beizubehalten, aber wir haben es in die Zeit von 2026 gebracht", so die Unternehmerin. "Man muss mit dem arbeiten, was die Räumlichkeit vorgibt", so die gebürtige Aalenerin.

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Ein Frau hat ein Handy in der Hand. Auf dem Handy ist ein Bild des alten Bahnwärterhäuschens. So hat es vor der Renovierung ausgesehen.
Geschäftsfüherin Sera Leyla zeigt, wie das alte Häuschen vor der Renovierung aussah.

Früher Wohnhaus und Arbeitsplatz, heute Imbissbude

Wo heute digitale Kassensysteme mit Touchscreens die Arbeit machen, war früher Arbeitsplatz und gleichzeitig Wohnort des Bahnwärters. Seine Aufgabe war es, den Bahnübergang zu überwachen. Wenn ein Zug durchkam, musste er die Schranken händisch öffnen und schließen, zudem Lokführern Zeichen geben und Gleisanlagen kontrollieren. Bahnwärterhäuschen waren früher weit verbreitet, der technische Fortschritt hat sie heute weitestgehend überflüssig gemacht.

Inzwischen gibt es neben dem Häusle in Aalen gar keine Schienen mehr. Die wurden vor langer Zeit verlegt und durch Asphalt ersetzt. Allein das kleine Gebäude erinnert daran, wie es hier früher einmal aussah. Zumindest der Kocher auf der anderen Seite des Häuschens fließt, wie damals schon, unbekümmert vor sich hin.

Nicht nur die klassische Currywurst im Angebot

Mitten in der Küche der Currywurst-Bude. Die Geschäftsführerin und Mitarbeiter stehen auf dem engen Raum. Rechts werden Würste gebraten. Es ist viel los auf engem Raum.
Geschäftsführerin Sera Leyla in ihrer Currywurst-Bude. Hier ist viel los auf engem Raum.

Die frisch gebackene Imbissbude ist seit ihrer Eröffnung am 31. Januar stets gut besucht. "Es sieht sehr gemütlich aus, sehr angenehm", sagt ein Kunde, der gerade eine frische Currywurst abgeholt hat. "Es sieht rustikal aus, und das Haus macht auch von außen richtig viel her. Gefällt mir!", sagt ein anderer Gast.

Neben der klassischen Currywurst gibt es auch Hot Dogs und eine vegetarische Alternative. In einer - und der wichtigsten - Sache waren sich alle Gäste einig: Die Currywurst im neuen alten Bahnwärterhäusle schmeckt.

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