Fast auf den Tag genau drei Monate war es auf einem Geflügelhof in Öllingen im Alb-Donau-Kreis ganz still. Das ändert sich an diesem Mittwoch. Der Hof darf wieder Geflügel halten. Jetzt wird dort wieder gegackert.
Fast 8.000 Tiere für den Neuanfang
Das Unternehmen erwartet rund 3.000 Hühner zur Eier-Produktion. Hinzu kommen 4.000 Hähnchen, die zur Schlachtung aufgezogen werden. Es folgen dann noch rund 800 Puten. Die Hühner für die Eier-Produktion kommen von einem Betrieb aus dem Alb-Donau-Kreis, die Hähnchen aus einem Unternehmen aus der Nähe von München. "Die gackern bayerisch", schmunzelt der Leiter des Betriebs aus Öllingen im Interview mit dem SWR-Studio Ulm.
Es ist ein mulmiges Gefühl, nach so langer Zeit wieder Tiere auf den Hof zu bekommen.
Nach dem Schock im Oktober, als die Vogelgrippe ausbrach, habe sich die Stimmungslage auf dem Hof wieder gebessert. Es sei dennoch ein mulmiges Gefühl, nach so langer Zeit wieder Tiere auf den Hof zu bekommen.
Geflügelhof: Bis zum Verkauf dauert es noch Wochen
Auch wenn es in den Ställen jetzt langsam wieder voll wird, kann der Betrieb erst in frühestens drei Wochen wieder seine Produkte verkaufen. Das liegt unter anderem daran, dass die jungen Hennen jetzt nicht sofort Eier legen und die Hähnchen ihr Schlachtgewicht noch nicht erreicht haben. Es liegt allerdings auch an den Vorschriften, die es für Betriebe gibt, wenn die Vogelgrippe auftritt.
Denn der Betrieb in Öllingen muss die Tiere jetzt drei Wochen halten. Dann wird der Hof wieder vom Veterinäramt beprobt. Erst danach erteilt die Behörde die Freigabe für den Verkauf von Eiern und Geflügelfleisch. Vorausgesetzt, das Vogelgrippe-Virus ist verschwunden. Am Sortiment will das Unternehmen nach Angaben des Betriebsleiters zunächst nichts ändern. Kleine Gänse und Enten sollen erst im Lauf des Jahres zugekauft werden. Sie werden ausschließlich in der Vorweihnachtszeit verkauft.
15.000 Tiere mussten getötet werden
Auf dem Hof in Öllingen mussten im Oktober vergangenen Jahres 15.000 Tiere getötet werden. Bei Enten, die auf einer Wiese gehalten wurden, war das Vogelgrippe-Virus entdeckt worden. Insgesamt schätzt das Unternehmen den entstandenen Schaden auf eine sechsstellige Summe. Große Teile davon hat die Tierseuchenkasse übernommen, bei der der Hof versichert ist. Die rund 20 Beschäftigten waren in den vergangenen Monaten in Kurzarbeit.