15.000 Tiere getötet

Von Vogelgrippe betroffener Hof im Alb-Donau-Kreis: "Hat es noch nie gegeben, dass alles stillsteht"

Seit Jahrzehnten zieht ein Familienbetrieb aus dem Alb-Donau-Kreis Geflügel auf, bis dort vergangene Woche das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen wird. Die Familie ist schockiert.

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Stand

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe im Alb-Donau-Kreis herrscht auf dem betroffenen Geflügelhof Fassungslosigkeit. Ein Mitglied des Familienbetriebs hat dem SWR gesagt, man wisse noch nicht, wie es weitergeht.

Wir können es noch nicht fassen.

"Wir können es noch nicht fassen", sagt die Frau mit stockender Stimme ins Telefon. Ihren Namen will sie nicht in den Medien lesen. Sie sei ein Mitglied der Familie, deren Hof von der Vogelgrippe betroffen ist. Es ist der erste Fall der aktuellen Welle in Baden-Württemberg. Für die Familie, die seit Jahrzehnten von der Geflügelzucht und dem Verkauf lebt, sei die Situation "emotional, weil auf einmal alle weg sind".

Plötzliche Stille auf dem Geflügelhof

Und weil es plötzlich still ist auf dem Geflügelhof. Kein Gackern, kein Schnattern, nichts. Gänse, Hühner, Puten, Enten - 15.000 Tiere, alle tot. Gekeult, nachdem vergangene Woche bei Weideenten das Virus nachgewiesen wurde. "Am Montag haben wir gemerkt, dass etwas nicht stimmt", so schildert es das Mitglied der Familie am Telefon. An Vogelgrippe habe die Familie da nicht gedacht. "Am Dienstagabend kam der Befund."

Derzeit sei noch völlig offen, wann wieder Tiere auf dem Hof in Öllingen zur Aufzucht aufgenommen werden können. Eine Spezialfirma hat die Ställe des Betriebs inzwischen desinfiziert. Das Veterinäramt hat Proben genommen, die jetzt ausgewertet werden. Der Hof ist mit den Behörden in Kontakt. Eingeschleppt hat das Virus vermutlich ein Wildvogel.

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Betroffene Familie weiß nach Geflügelpest-Befund nicht, wie es weitergeht

Wie es weitergeht für den Familienbetrieb und seine 15 Angestellten? "Wissen wir noch nicht", sagt die Frau. Viele Fragen seien offen: Wie hoch fällt eine Entschädigung durch eine Tierseuchenkasse aus? Kümmert sich die Agentur für Arbeit um die Mitarbeiter?

Emotional sei die Familie durch die Ereignisse der letzten Tage stark belastet. Die Anteilnahme sei groß. Im Ort der 550-Seelen-Gemeinde Öllingen herrsche "viel Betroffenheit", sagt sie. "Jeder denkt an uns, das spürt man und das gibt uns viel". Aber: Die Familie sei in einer "Ausnahmesituation".

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SWR4 am Donnerstag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Jürgen Klotz
Jürgen Klotz
Onlinefassung
Volker Wüst
SWR Aktuell Autor Volker Wüst

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