Wer diesen Bericht liest, dem vergeht schnell der Appetit: Bei einem Döner-Imbiss in Ulm soll die Soße mit einem Gipsrührer und einer Bohrmaschine angerührt worden sein. "Der Gipsrührer wies hierbei Rostansätze und abgeplatzte Farbe auf", heißt es in der Beanstandung des Ulmer Veterinäramts, veröffentlicht auf den Seiten der Verbraucherinformation des Landes Baden-Württemberg.
Von erheblichen Mängeln in Bezug auf den unsachgemäßen Umgang mit Lebensmitteln beziehungsweise Zutaten ist die Rede. So sollen frische Brotkörbe auf dem altfettverschmierten Asphalt des Innenhofs gestanden haben. Soßen und Salat sollen in nicht dafür vorgesehenen Kunststoffmülleimern gelagert haben. "Es besteht die Gefahr der negativen Beeinflussung der Lebensmittel und dadurch der Gefährdung der Verbrauchergesundheit", lautet im Februar das nüchterne Fazit der Behörde.
Weitere Lebensmittelkontrollen: Schimmel und schmutzige Küchengeräte
Bei einer Nachkontrolle gut eine Woche später waren die Mängel laut Veterinäramt beseitigt. Doch Probleme wie diese kommen regelmäßig vor. So listet die Verbraucherinformation Baden-Württemberg für Ulm derzeit vier Fälle aus den vergangenen Monaten auf. Darunter auch ein Imbiss, bei dem unter anderem Schimmel an einem Teigschieber und stark verschmutzte Küchengeräte festgestellt worden waren.
Auch im Ostalbkreis gibt es derzeit beispielsweise vier gelistete Fälle, zwei im Alb-Donau-Kreis. Ein Restaurant im Alb-Donau-Kreis wies laut Lebensmittelüberwachungsbehörde Verunreinigungen an Küchengeräten und falsche Aufbewahrung von Lebensmitteln auf. Bei einer Metzgerei im Ostalbkreis bemängelten die Kontrolleure, dass einige Lebensmittel nicht ausreichend gekühlt waren.
Hygienemängel aufgedeckt Von Mäusen bis Maden: Ekel-Funde in Bäckereien und Imbissen
Brötchen auf Blechen mit Mäusekot oder verschimmeltes Fleisch - was Lebensmittelkontrolleure in Imbissen, Bäckereien oder auch Edelhotels in BW im vergangenen Jahr gefunden haben.
Pizza-Lieferdienst vorübergehend geschlossen
Es geht auch schlimmer: In Aalen ließen die Behörden im Januar einen Pizza-Lieferdienst vorübergehend schließen. Der Grund: Im Heizraum neben Küche und Lager wurde "Schadnagerkot" gefunden - also die Hinterlassenschaften von Ratten oder Mäusen, die offenbar Lebensmittel kontaminiert hatten. Nach umfassender Schädlingsbekämpfung konnte der Betrieb zwei Wochen später wieder aufmachen.
Experte des Veterinäramtes: Mängel werden meist schnell behoben
Auch dieser Fall zeigt: In der Regel werden Hygienemängel in der Gastronomie schnell behoben. So berichtet es Manfred Chaloun, Leiter des Veterinäramts Ulm. "Die überwiegende Mehrheit betreibt ihre Imbissbuden nach den Vorgaben", sagt der Verantwortliche für die städtische Lebensmittelüberwachung dem SWR. Kleinere Probleme oder etwa die falsche Ausstattung in der Küche könnten oft schnell behoben und geregelt werden.
Die groben Verstöße, die gelistet werden, sind kein Spiegelbild der Gastronomie oder der Dönerläden oder Fastfood-Ketten insgesamt.
In Ulm seien die Kontrolleure täglich unterwegs, oft unangekündigt. Bei Fehlverhalten werde ein Mängelbericht ausgestellt, der betroffene Betrieb erhält eine Frist, um die Mängel zu beheben und die Möglichkeit zur Stellungnahme. Nur in den gravierendsten Fällen werde der Sachverhalt veröffentlicht.
Experte: Verstöße kein Spiegelbild der Gastronomie
Amtsleiter Chaloun mahnt aber zur Vorsicht: "Die groben Verstöße, die gelistet werden, sind kein Spiegelbild der Gastronomie oder der Dönerläden oder Fastfood-Ketten insgesamt." Die Erfahrung, so Chaloun, zeige: Verbraucher könnten in der Regel unbekümmert essen gehen - auch Dank der Arbeit der Lebensmittelkontrolleure.