Zwei Wochen nach Sanierung

"Lkw-Falle" in Jagstzell schnappt wieder zu: Weiterer Lastwagen bleibt in Bahnunterführung stecken

Die Bahnunterführung an der B290 in Jagstzell bleibt eine Problemstelle: Trotz vieler Schilder und Warnbaken ist dort schon wieder ein Lastwagen steckengeblieben. Und jetzt?

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Von Autor/in Stefanie Schmitz

Die Instandsetzung liegt gerade einmal zwei Wochen zurück, die Deutsche Bahn hat einen niedrigen fünfstelligen Betrag in die Unterführung investiert. Denn immer wieder hatten Lastwagen die Unterführung demoliert, weil sie steckengeblieben sind. Und jetzt - der Nächste: Ein Lastwagen, der zu hoch für die Durchfahrt war, blieb stecken. Die Folge: eine mehrstündige Sperrung, Verkehrschaos und erneuter Schaden an der Brücke.

Schäden trotz Warnhinweisen auch nach der Sanierung

Rot-weiße Warnbaken, deutlich sichtbare Schilder mit der maximal erlaubten Durchfahrtshöhe von 3,50 Metern und zusätzlich ausgeschilderte Umleitungen für hohe Fahrzeuge. All das konnte auch diesen Unfall nicht verhindern. Der Lkw-Fahrer ignorierte die Hinweise oder übersah sie - möglicherweise, weil er sich auf sein Navigationsgerät verließ. Wie hoch der Schaden an Lastwagen und Unterführung ist, muss noch begutachtet werden.

Dass direkt nach der Sanierung wieder ein Lkw stecken bleibt, ist natürlich ärgerlich.

Der Bürgermeister von Jagstzell zeigte sich auf SWR-Anfrage ein wenig frustriert. "Die Unterführung wurde erst vor Kurzem saniert. Dass direkt nach der Sanierung wieder ein Lkw stecken bleibt, ist natürlich ärgerlich. Vor allem für die Verkehrsteilnehmer. Was die Warnschilder betrifft, sind wir aus beiden Richtungen gut ausgestattet. Mehr kann man fast nicht tun", so Patrick Peukert (parteilos).

Eine Bahnunterführung die für Fahrzeuge bis 3,50 Meter ausgelegt ist. Es bleiben immer wieder Lastwagen unter dieser Brücke stecken.
Die Bahnunterführung in Jagstzell ist für Fahrzeuge bis 3,50 Meter Höhe ausgelegt.

Verkehrschaos auf B290 in Jagstzell

Die Sperrung der B290 am Donnerstag dauerte mehrere Stunden, da der verkeilte Lastwagen aufwändig geborgen werden musste. Der Stau reichte mehrere Kilometer in beide Richtungen. Lastwagen verfügen in der Regel über spezielle Navigationssoftware.

Solche Systeme, bei denen Höhe, Gewicht und Länge des Fahrzeugs eingegeben werden können, weisen die Fahrer rechtzeitig auf die Umleitungsstrecke hin. Doch viele Fahrer greifen weiterhin auf herkömmliche Pkw-Navis oder Apps zurück, die solche Einschränkungen nicht berücksichtigen, so Bürgermeister Peukert.

Jagstzell

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Landesschau Baden-Württemberg SWR BW

Deutsche Bahn kündigt Maßnahmen an

Die Deutsche Bahn, die für diese Unterführung zuständig ist, hat angekündigt, noch einmal ins Gespräch mit der Gemeinde zu gehen. "Wir verstehen die Verärgerung der Bürger und der Verkehrsteilnehmer", so eine Sprecherin. "Unser Ziel ist es, solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Wir prüfen derzeit, ob technische Lösungen, wie eine automatische Höhenkontrolle oder zusätzliche Warnsysteme, installiert werden können."

Ein Beispiel für solche Maßnahmen könnten elektronische Höhenmesssysteme sein, die bei überhohen Fahrzeugen ein optisches oder akustisches Warnsignal auslösen. Oder auch eine Begrenzungsstange, die schon ein paar Meter vor der Unterführung messen kann, ob der Lkw durchpasst - oder nicht.

Dauerproblem mit Geschichte

Die Bahnunterführung in Jagstzell gilt seit Jahren als berüchtigte "Lkw-Falle". Seit 2010 sind hier insgesamt 18 Lastwagen steckengeblieben. Allein im Jahr 2025 waren es vier. Die Schäden gehen in die Zehntausende Euro, hinzu kommen stundenlange Straßensperrungen und erhebliche Verkehrsbehinderungen.

Fazit: Eine Lösung muss her

Die jüngste Sanierung der Jagstzeller Bahnunterführung sollte eigentlich langfristig für Sicherheit sorgen. Doch der erneute Unfall zeigt, dass bauliche Maßnahmen allein offenbar nicht ausreichen, um das Problem zu lösen. Es werden weitere Lösungen benötigt, darunter bessere Beschilderungen und vor allem ein stärkeres Bewusstsein bei den Fahrern. Bis dahin dürfte die Bahnunterführung wohl noch das ein oder andere Mal für Schlagzeilen sorgen - und für reichlich Frust bei allen Beteiligten.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Stefanie Schmitz
SWR-Aktuell Redakteurin Steffi Schmitz

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