Davide Naso aus Herbrechtingen im Kreis Heidenheim hat einen Traum: Er will Soldat werden. Nächste Woche wird er 18 Jahre alt. Dann meldet er sich von der beruflichen Schule ab und bewirbt sich bei der Bundeswehr. Er will Sanitätssoldat werden.
Mich fasziniert das besonders, wie Panzer aufgebaut sind, Flugzeuge und all diese Militärtechnik.
Sein Freund Andrej Hammer aus Heidenheim hat das schon getan. Im Oktober beginnt er als Soldat in der Kaserne in Stetten am Kalten Markt seine Ausbildung. Er will Kfz-Mechatroniker für Kettenfahrzeuge bei der Bundeswehr werden.
Warum wollen junge Männer zur Bundeswehr?
Davide ist in Deutschland geboren, seine Familie kommt aus Italien. Soldat, sagt er, sei sein Wunschberuf. "Schon von klein auf wollte ich diesen Beruf machen. Ich habe die Soldaten gesehen, in Uniform, und habe mir gedacht: 'Ja, das will ich machen. Das ist meine Zukunft - mein Traum, daran soll mich nichts hindern'."
Seit der achten Klasse will auch Andrej zur Bundeswehr, er sagt: "Man braucht immer Soldaten. Sind ja natürlich sehr wichtig und zum Schutz da. Mich fasziniert das auch besonders, wie Panzer aufgebaut sind, Flugzeuge und all diese Militärtechnik."
Was sagen Familie und Freunde zum Berufswunsch Soldat?
Angelina Fouco ist mit dem Berufswunsch ihres Sohnes Davide nicht wirklich einverstanden. Sie macht sich Gedanken, was passieren könnte - gerade in der aktuellen Situation. Ihr wäre es lieber, er würde die berufliche Schule fertig machen. Zwei Schuljahre hätte er noch. Doch sie weiß auch, sie kann ihn nicht überzeugen weiterzumachen. Schließlich ist er bald schon volljährig.
Ganz anders Davides Vater Paulino Naso, er wollte selbst zur italienischen Armee, wurde aber ausgemustert. Er unterstützt Davide: "Im ersten Moment, als er es mir gesagt hat, war ich einverstanden. Weil ich will, dass es ihm gut geht. Und wenn er das will, soll er das machen."
Davides Mitschüler waren überrascht und verwundert, erzählt er, "die haben gleich gedacht: Krieg, an die Front" und hätten "ein bisschen Panik geschoben". Manche hätten gesagt, "mach was du willst, das ist dein Leben". Es gibt also durchaus geteilte Reaktionen in der Klasse.
Davide hat schon zwei Wochen gedient
Im Herbst 2025 hat Davide schon einmal mit der Grundausbildung begonnen. Zwei Wochen hat er gedient. In dieser Zeit wurde bei ihm eine chronische Erkrankung festgestellt und er wurde aus gesundheitlichen Gründen entlassen." Sie haben damals gesagt, ich soll das in den Griff bekommen und mich in einem halben Jahr wieder bewerben."
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die Kameradschaft mit den anderen Rekruten. Von daher ist für Davide klar, dass er möglichst bald mit der Grundausbildung anfangen will.
Davide und Andrej habe keine Angst vor bewaffneten Einsätzen
Andrej ist klar, dass er später auch in ein Krisengebiet geschickt werden kann. Seine Gefühle dazu? "Es ist gemischt. Aber wenn ich hin muss, dann muss ich hin. Weil, wenn man in die Bundeswehr geht, gibt es da immer diese Möglichkeit, dass man in ein Kriegsgebiet muss." Dass er dann vielleicht auch auf andere Menschen schießen muss, ist ihm bewusst.
Auch Davide sagt, "wenn du dich verpflichtest, musst du damit rechnen". Die aktuelle Lage, Trump, Putin - all das schreckt ihn nicht ab.
Andrej wird seine Ausbildung in Stetten am Kalten Markt machen. Wo Davide anfängt, ist noch unklar. Im Herbst war er in Feldkirchen in Bayern. Vielleicht treffen sie sich bei Schulungen oder Lehrgängen, denn mit ihren unterschiedlichen Laufbahnen ist es unwahrscheinlich, dass sie in der gleichen Kaserne dienen werden, sagt Andrej. "Cool wäre es trotzdem."