In Ulm haben am Freitag Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht demonstriert. Die Demonstration mit rund 70 Schülerinnen und Schüler zog an mehreren Ulmer Schulen vorbei. Anschließend gab es eine Kundgebung auf dem Rathausplatz. Fast zeitgleich hat der Bundestag die Wiedereinführung der Musterung beschlossen.
Schülerinnen und Schüler in Ulm lehnen Wehrpflicht ab
"Ich bin Jahrgang 2008. Selbst wenn es mich nicht direkt betreffen würde, geht es, finde ich, uns alle etwas an. In dem Moment, in dem man sich für die Wehrpflicht entscheidet, entscheidet man sich gewissermaßen gegen den Frieden," sagt eine Schülerin.
Ein anderer Schüler findet eine gewisse militärische Präsenz in aktuellen Zeiten zwar wichtig, "aber ich finde nicht, dass es richtig ist, dass die Jugend für diesen Konflikt herhalten muss." In Einzelheiten unterscheiden sich die Standpunkte der jungen Menschen.
Schulstreik: Nicht nur junge Menschen kritisieren die Wehrpflicht
Beim Protest sind nicht nur Schülerinnen und Schüler. Auch einige Rentner solidarisieren sich mit den jungen Menschen. "Wir sind gegen die Wehrpflicht, weil die Wehrpflicht bedeutet, die Jugend für den Krieg zu begeistern."
Organisiert wurde die Veranstaltung von Schülerinnen und Schülern und Mitgliedern der "Linksjugend". Zur Demonstration kamen auch Mitglieder des BSW.
Mit dem neuen Gesetz wird eine Musterung für junge Männer verpflichtend. "Ein Umfragebogen geht, aber eine verpflichtende Musterung, da hört's dann auf," sagt einer der Schüler.
Ich finde nicht, dass es richtig ist, dass die Jugend für diesen Konflikt herhalten muss.
Die Entscheidung für den Wehrdienst soll nach dem neuen Gesetz freiwillig bleiben. Sollten sich nicht genug Rekruten finden, könnte aber noch eine generelle Wehrpflicht kommen. Über die müsste der Bundestag erneut entscheiden. Viele der Schülerinnen und Schüler, die in Ulm demonstrieren, befürchten, dass die Freiwilligkeit zu einem späteren Zeitpunkt noch gekippt wird.