Ohrenbetäubende Übungen wieder möglich

Bundeswehr-Tiefflüge über Ellwangen: Wichtige Übung oder Lärmbelästigung?

Kampfjets dürfen wieder Tiefflüge über der Region Ellwangen üben. Das hat es hier schon einmal gegeben. Ein ehemaliger Bundeswehrpilot und ein Friedensaktivist erinnern sich.

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Von Autor/in Justus Madaus

Die Bundeswehr darf in der Gegend rund um Ellwangen (Ostalbkreis), Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) und Nördlingen (Kreis Donau-Ries) wieder Tiefflüge mit Kampfjets üben. Das weckt Erinnerungen, sowohl für einen ehemaligen Piloten, als auch für einen Friedensaktivisten aus der Region. Was der eine als Terror wahrnimmt, ist für den anderen eine wichtige Übung.

Friedensaktivist kritisiert laute Tiefflüge der Bundeswehr

Friedensaktivist Volker Nick aus Mutlangen erinnert sich an die Tiefflüge vor rund 40 Jahren. "Es war schon damals unglaublich laut." In den Achzigerjahren hatte es in der Region Ellwangen schon einmal Tiefflüge gegeben. Jetzt ist die "Low Flying Area 7" reaktiviert.

Volker Nick, hier ganz rechts im Bild, bei einer Blockade im Mai 1987. Damals setze er sich mit anderen sich Friedensaktivisten gegen die Stationierung von Pershing II Raketen in Mutlangen ein.
Volker Nick, hier ganz rechts im Bild, bei einer Blockade im Mai 1987. Damals setze er sich mit anderen sich Friedensaktivisten gegen die Stationierung von Pershing II Raketen in Mutlangen ein.

"Noch ist die Klinik in Ellwangen. Ich stelle mir das entsetzlich vor. Und wenn die mit Überschall da drüber knallen, dann fällt dem Chirurgen das Besteck aus der Hand," sagt Volker Nick. Er war damals Teil zahlreicher Protestaktionen gegen die Stationierung von Atomraketen auf der Mutlanger Heide. Auch heute noch ist er überzeugter Kriegsgegner.

Volker Nick stört nicht nur der Lärm. "Es ist unnötig, wenn es um unseren Schutz geht. Es ist eine unglaubliche Umweltzerstörung und es ist für alle betroffenen Menschen, die das mitkriegen, der reine Terror."

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Tiefflüge als Vorbereitung für die Bundeswehr

Der Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Aalen, Roderich Kiesewetter (CDU), betrachtet die Tiefflüge aus einer ganz anderen Perspektive: aus militärischer Sicht. "Unsere Luftwaffe macht unser Land sicherer, wenn sie auch im Tiefflug üben kann." Zuvor habe man diese Übungen in den USA gemacht, "weil wir damals geglaubt haben, von Freunden und Partnern umgeben zu sein."

Auch der ehemalige Bundeswehrpilot Peter Stütz hält die Tiefflüge für notwendig. Der Schwäbisch Gmünder war viele Jahre Geschwaderkommandeur in Lechfeld und hat selbst viele Tiefflüge gemacht. "Ich muss meine Soldaten darauf vorbereiten, dass sie verteidigungsbereit sind. Und ihr Waffensystem in jeder Flughöhe nutzen können, so dass es effektiv einsatzbereit ist."

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Rund um Ellwangen und Crailsheim wird es laut Tiefflüge von Kampfjets wieder erlaubt: Früherer Pilot erklärt, warum sie wichtig sind

Die Bundeswehr darf wieder Tiefflüge üben - bis auf 80 Meter Höhe. Betroffen ist auch die Gegend rund um Crailsheim und Ellwangen. Ein früherer Kampfpilot schildert, warum solche Flüge wichtig sind.

Zumindest in Sachen Lärm ist sich Peter Stütz aber mit Friedensaktivist Volker Nick einig. "Das kann man nicht von jedem Bürger erwarten, dass er da in Begeisterung ausbricht. Das ist eine Belastung, überhaupt keine Frage. Da habe ich vollstes Verständnis dafür."

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