15.000 Tiere wurden in BW getötet

Vogelgrippe: Minister rechnet mit Ausbreitung in BW

Während sich die Vogelgrippe im Norden und Osten Deutschlands stark verbreitet, kommt Baden-Württemberg bislang noch glimpflich davon. Das dürfte sich ändern, so der Agrarminister.

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Stand

Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) rechnet damit, dass sich die Vogelgrippe auch im Süden Deutschlands weiter ausbreiten wird. Derzeit gebe es ein starkes Nord-Süd-Gefälle bei der Tierseuche. "Ich erwarte natürlich, dass die Seuche nach Süden fortschreitet", sagte der Politiker im Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Agrarminister Hauk rechnet mit Ausbreitung der Vogelgrippe

Bislang gebe es entlang des Rheins und am Bodensee, wo viele Zugvögel rasteten, noch keine Fälle der Vogelgrippe. "Das kommt aber, da bin ich überzeugt davon", sagte Hauk, der derzeit auch Vorsitzender der Agrarministerkonferenz ist. Dann werde man dort auch Maßnahmen wie eine Stallpflicht verhängen. "Aber das betrifft die Gewässernähe. Wir sehen noch keine Notwendigkeit, eine landesweite Aufstallpflicht zu verhängen."

Die Vogelgrippe breitet sich seit einigen Wochen in Deutschland immer weiter aus. Besonders betroffen sind der Osten und Norden des Landes. In den zurückliegenden beiden Monaten seien mehr als 500.000 Nutztiere in den von der Geflügelpest betroffenen Betrieben getötet worden, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald mit. 

Vogelgrippe: Betrieb muss 15.000 Tiere töten

In Baden-Württemberg gab es bislang einen betroffenen Betrieb: In Öllingen im Alb-Donau-Kreis wurden 15.000 Tiere getötet. Ein mit Vogelgrippe infizierter Kranich war auf einem Feld in der Nähe von Pfullingen (Kreis Reutlingen) entdeckt worden. Das Landratsamt geht davon aus, dass der Wildvogel den Landkreis auf seinem Weg nach Süden überflogen hat.

Der betroffene Geflügelhof in Öllingen darf in diesem Jahr keine neuen Tiere mehr aufnehmen. Das schreiben Hygienevorschriften vor. Derzeit werden die Ställe des Betriebs immer noch desinfiziert. Wenn das in den nächsten Tagen abgeschlossen ist, greift eine 63-Tage-Regel. So lange müssen die Ställe laut Hygienevorschriften leer sein, ehe wieder Tiere untergebracht werden dürfen. Frühestens Anfang nächsten Jahres wird in dem Betrieb wieder Geflügel einziehen. Der finanzielle Schaden wird durch eine Ertragsausfall-Versicherung und die Seuchenkasse aufgefangen, sagte ein Familienmitglied dem SWR.

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SWR

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