Initiative zur Widerspruchslösung bei Organspenden

Meinung: Ich habe ein Herz zu vergeben

Wer nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat, soll seine Organe spenden, meint Martin Rupps.

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Von Autor/in Martin Rupps

Ich habe ein Herz zu vergeben – im Leben und im Tod. Im Diesseits ist es Liebe. Danach ein Organ.

Jede bzw. jeder in Deutschland soll Organe spenden, wenn sie bzw. er nicht zu Lebzeiten widersprochen hat. Das wollen Bundestagsabgeordnete aus mehreren Parteien alsbald zum Gesetz machen. Es ist der zweite Anlauf zur sogenannten Widerspruchslösung, 2020 war eine vergleichbare Initiative gescheitert.

Drei Tote am Tag wegen fehlender Spenderorgane

Zurzeit gilt hierzulande die „Entscheidungslösung“ – Bundesregierung und Verbände informieren über die Bedeutung von Organspenden, um viele Menschen dafür zu gewinnen. Das gelingt aber nicht. Patienten müssen oft Jahre auf ein Spenderorgan warten – oder sterben vorher. Die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) spricht von drei Toten am Tag.

Martin Rupps
Die Meinung von Martin Rupps

Kritiker halten die Widerspruchslösung für ethisch fragwürdig. „Wenn ich schweige, stimme ich nicht zu“, sagt zum Beispiel Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Spenden könne nur, wer es freiwillig tue. In den meisten europäischen Ländern wurden diese Bedenken hintangestellt, es gilt die Widerspruchslösung.

Ich selbst werde mich in das neue Organspende-Register eintragen. Mein Herz mag ein zweites Leben schenken und geschenkt bekommen.  Ich finde es richtig, dass auch in Deutschland Organe entnommen werden ohne ausdrücklichen Widerspruch. Wer das zum Beispiel aus religiösen Gründen nicht möchte, kann und soll es rechtzeitig kundtun.

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