Beatrix Hemmerle oder Maria Ribeiro Marinho-Goncalves, sie beide wurden vor Jahrzehnten in Rheinland-Pfalz getötet. Die Verbrechen sind bis heute nicht aufgeklärt. Ihre Fälle sind so genannte Cold Cases. Ganz geschlossen werden diese Fälle nie, auch Jahrzehnte nach einer Gewalttat kann jederzeit wieder ermittelt werden. Ein ungeklärtes Verbrechen ist für die Ermittler immer noch eine "offene Wunde", so Mario Mannweiler, Leitender Oberstaatsanwalt in Koblenz.
Ein ungeklärtes Verbrechen, das ist für uns Ermittler immer wie eine offene Wunde, die nicht verheilt. Und deshalb gerät so ein Fall auch nie in Vergessenheit.
Unter einem Cold Case versteht das Landeskriminalamt (LKA) ein Verfahren, "denen ein vollendetes oder versuchtes Tötungsdelikt, oder einen Vermisstenfall, bei dem die Möglichkeit eines Kapitalverbrechens besteht, zugrunde liegt und die bislang nicht geklärt werden konnten".
Rund 250 Cold Cases in RLP derzeit
Etwa 250 Cold Cases gibt es laut LKA momentan in Rheinland-Pfalz. Bearbeitet werden sie von Ermittlern in den jeweiligen Polizeipräsidien. In Koblenz gibt es zum Beispiel seit vergangenem August eine eigene Ermittlungsgruppe Cold Case. Sie schaut sich die aktuell etwa 60 alten Fälle aus ihrem Bereich nochmal neu an.
Mit DNA-Analyse auf Tätersuche
Dabei legen die Ermittler ein besonderes Augenmerk auf noch vorhandene Asservate. Also Spuren, am Tatort gefundene Gegenstände, Kleidung des Opfers oder ähnliches. Dabei wird überlegt, ob eine erneute Untersuchung mit heutigen Methoden aussichtsreich ist, so Friederike Mannheller-Sander, Leiterin der Kriminalinspektion 1.
Besonders wichtig dabei: Die forensische DNA-Analyse. Sie kann, wie zuletzt im Koblenzer Fall von Amy Lopez, entscheidende Spuren liefern, die früher noch nicht erkannt werden konnten. So können die Täter von damals auch Jahrzehnte später manchmal doch noch gefunden werden.
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