Deutschlands größter Pharmakonzern

Boehringer Ingelheim bleibt auf Wachstumskurs

Neue Lungenmedikamente am US-Markt etabliert, Umsätze gesteigert: Der Pharmariese Boehringer Ingelheim bleibt in der Erfolgsspur - aller Zollunsicherheit zum Trotz.

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Von Autor/in Sabine Geipel, Michael Herr

Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen: 2025 hat der Konzern seine Umsätze auf 27,8 Milliarden Euro gesteigert - währungsbereinigt ein Plus von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zum Gewinn macht das Familienunternehmen, das seinen größten Forschungs- und Entwicklungsstandort in Biberach an der Riß betreibt, keine Angaben.

Boehringers Erfolgsrezept: Alte Kassenschlager, neue Erfolgsversprechen

Getrieben wurde das Geschäft von Boehringer von den Präparaten, die ohnehin zu den Kassenschlagern der Rheinhessen gehören: Dem Medikament Jardiance, das unter anderem gegen Diabetes und Herzschwäche eingesetzt wird, sowie dem Präparat Ovev gegen Lungenkrankheiten. Insgesamt wuchsen die Erlöse im Geschäft mit Humanpharmaka um 7,4 Prozent auf fast 23 Milliarden Euro. In der Tiergesundheitssparte war das Antiparasitikum Nexgard der Wachstumstreiber.

Ende vergangenen Jahres hat der Konzern aus Ingelheim außerdem zwei neue Medikamente auf den Markt gebracht, die von der amerikanischen US-Arzneimittelbehörde FDA als "bahnbrechend" eingestuft worden sind. Das Lungenkrebsmittel Hernexos sowie das Präparat Jascayd, das gegen Lungenfibrose zum Einsatz kommt. Beide Medikamente sind unter anderem in den USA und China auf den Markt gekommen.

Boehringer hat Vertrauen in seine "Pipeline"

Von einer "eindrucksvollen Untermauerung der Stärke der Pipeline" spricht der Vorsitzende der Unternehmensleitung, Shashank Deshpande. Der gebürtige Südhesse steht seit vergangenem Sommer an der Spitze des Pharmakonzerns. Zuvor war er bei Boehringer für den Bereich Humanmedizin zuständig. Das Jahr 2025 habe gezeigt, wie sehr sich die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen auszahlten, so Deshpande. Boehringer Ingelheim hat diese Ausgaben noch einmal erhöht, auf 6,4 Milliarden Euro. Damit steckt das Unternehmen fast ein Viertel seines Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente. Bei Boehringer spricht man von den höchsten Investitionen aller Zeiten in diesen Bereich. Für dieses Jahr kündigte Boehringer an, "auf die Dynamik der letzten Jahre aufbauen zu wollen."

Ein prägendes Thema des vergangenen Jahres waren für Boehringer auch die Zölle für Pharmalieferungen in die USA. US- Präsident Trump hatte Pharmaunternehmen immer wieder aufgefordert, die Preise für Präparate auf dem US-Markt zu senken. Im Herbst hatte die US-Regierung tatsächlich Einfuhrzölle für ausländische Medikamente erhoben. Kurz vor Weihnachten hat sich Boehringer dann zusammen mit anderen Unternehmen in einem Abkommen mit Präsident Trump dazu verpflichtet, die Preise für Präparate auf dem US-Markt zu senken.

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Sabine Geipel
SWR Wirtschaftsredakteurin Sabine Geipel
Michael Herr
Ein Mann mit langen Haaren steht mit verschränkten Armen und in legerem Hemd in einer hellen Halle und lächelt

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