Klimaschutz

FAQ: Was bedeutet der höhere CO₂-Preis für Verbraucher?

Der CO₂-Preis wurde 2021 eingeführt und ist seitdem kontinuierlich angestiegen. Verbraucher spüren das beim Tanken und Heizen. Wir erklären alles rund um den CO₂-Preis.

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Von Autor/in Annika Gillissen

Schon direkt zu Beginn des neuen Jahres wurde es für Autofahrerinnen- und fahrer an der Tankstelle teurer. Zahlen des ADAC belegen einen Anstieg von 3,4 Cent beim Liter Super E10 und 4 Cent bei Diesel. Schuld daran ist wohl der gestiegene CO₂-Preis.

Was ist der CO₂-Preis?

Der CO₂-Preis ist eine Abgabe, die Energie-Großlieferanten zahlen müssen. Das Ganze funktioniert so: Pro ausgestoßener Tonne CO₂ müssen sie Zertifikate kaufen, sogenannte Emissions-Zertifkate. Der Preis für die Zertifikate steigt seit 2021 schrittweise an. Dadurch werden Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas für alle teurer.

So geht Energiewechsel. Kurz erklärt: Wie funktioniert der CO2-Preis?

Ziel des CO₂-Preises ist es, einen Anreiz zu schaffen, auf klimafreundlichere Technologien umzusteigen. Das Geld, das beim Verkauf der Zertifikate eingenommen wird, investiert der Bund in den Klima- und Transformationsfonds. Damit soll auf klimafreundlicheres Wirtschaften umgestellt werden. Aber beispielsweise auch der geplante Industriestrompreis wird aus diesem Fonds finanziert.

Was verändert sich 2026?

Seit diesem Jahr gibt es keinen festen Preis für die CO₂-Zertifikate mehr. Stattdessen gilt ein Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro. Das heißt: Die Emissionszertifikate werden nun ersteigert und kosten je nach Nachfrage eher 55 oder eher 65 Euro. Laut Umweltbundesamt sollen die Auktionen im Juli 2026 beginnen und bis Ende Oktober einmal pro Woche an der Leipziger Energiebörse stattfinden. Sollte es zu wenige Zertifikate in der Versteigerung geben, können die Lieferanten zusätzliche zu einem teureren Preis von 68 Euro kaufen.

Die Preissteigerung durch den höheren CO₂-Preis dürfen die Lieferanten an die Verbraucher weitergeben.

Wie viel teurer wird Tanken?

Weil sich seit diesem Jahr der CO₂-Preis in einer Spanne zwischen 55 und 65 Euro bewegt, kann auch nicht genau gesagt werden, inwiefern sich die Preise erhöhen werden. In der Grafik haben wir den Verlauf des CO₂-Preises und der entsprechenden Preisanstiege bei Diesel und Benzin dargestellt.

Die Grafik zeigt den Preisanstieg von Benzin und Diesel seit 2021, der Einführung des CO₂-Preises.
Berechnungen des ADAC. Der Anstieg durch den CO₂-Preis bezieht sich immer auf das Basisjahr 2020. Es handelt sich bei den Angaben um die Brutto-Spritpreise.

Der ADAC rechnet also damit, dass der Unterschied zwischen 2025 und 2026 maximal bei knapp 3 Cent je Liter Benzin und um etwas mehr als 3 Cent pro Liter Diesel liegen wird.

Wie viel teurer wird Heizen?

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen rechnet vor, wie sich die Heizkosten für Einfamilienhäuser mit verschiedenen Energieverbräuchen im Vergleich zu 2025 entwickeln. Da auch hier die CO₂-Preisspanne greift, haben wir in der Grafik die maximale Verteuerung angegeben.

Die Grafik zeigt, wie viel teurer das Zeizen mit Öl und Gas durch die Erhöhung des CO2-Preises 2026 werden kann.
Die Kosten sind inklusive Mehrwertsteuer gerechnet.

Insgesamt müssen Verbraucher, die mit Gas heizen, mit etwas weniger als 0,3 Cent pro Kilowattstunde mehr rechnen. Haushalte, die mit Öl heizen, sollten sich auf etwa 3 Cent mehr pro Liter Heizöl einstellen.

Was muss ich als Mieter wissen?

Für Mieterinnen und Mieter ist wichtig, ob ihre Wohnung mit einer Zentralheizung geheizt wird oder ob sie selbst einen Vertrag mit dem Versorger haben, zum Beispiel bei einer Gas-Etagenheizung.

Bei Gas- und Ölzentralheizungen wird der CO₂-Preis zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Je nachdem wie energieeffizient ein Haus ist, verändert sich da der Anteil, den Mieter oder Vermieter am CO₂-Preis übernehmen müssen. In schlecht gedämmten Gebäuden müssen die Vermieter mehr zahlen. Die Vermieter sind in diesem Fall verpflichtet, ihren Anteil am CO₂-Preis in der Heizkostenabrechnung zu berücksichtigen. Mieter müssen hier nicht selbst aktiv werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt aber, zu überprüfen, dass die Abrechnung korrekt ist.

Anders ist das beispielsweise bei Etagenheizungen: Hier müssen Mieter aktiv auf ihre Vermieter zugehen und den Betrag einfordern. Wie hoch der Betrag ist, müssen die Mieter selbst ermitteln. Die Verbraucherzentrale bietet dafür auch einen interaktiven Rechner an.

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Annika Gillissen
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