Mehr Streitigkeiten und Aggressionen

Rücksicht statt Eskalation im Straßenverkehr: Tipps für alle Verkehrsteilnehmenden

Eskalationen im Straßenverkehr sind vielerorts Alltag in RLP. Wir haben Experten vom ADAC, ADFC und FUSS nach Tipps gefragt, was man tun kann, um Konflikte zu vermeiden.

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Von Autor/in Heike Löser, Sarina Fischer

In Mainz schlägt ein Autofahrer einen Radfahrer, weil er nicht an ihm vorbeikommt. Bei Bad Ems schubst ein Radfahrer einen 14-jährigen E-Scooter-Fahrer in die Lahn, weil ihm sein Verhalten nicht passt. Bei einem Streit in Trier bricht ein Motorradfahrer einem Autofahrer die Nase. Von solchen Eskalationen im Straßenverkehr hört man immer wieder.

Wie kann ein besseres Miteinander zwischen Auto- und Radfahrenden sowie Fußgängerinnen und Fußgängern gelingen? Dazu haben wir Interessenvertretungen dieser Gruppen befragt: den ADAC, den ADFC und den Fußgängerschutzverein FUSS.

ADFC: Das können Radfahrende tun, um Konflikte zu vermeiden

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Rheinland-Pfalz sagt, Radfahrende könnten viel zur Entspannung beitragen, wenn sie vorausschauend fahren, Handzeichen geben und so für andere gut berechenbar bleiben. Auf gemeinsamen Wegen mit Fußgängerinnen und Fußgängern gelte: frühzeitig klingeln, Tempo reduzieren und mit Abstand überholen. "Gute Beleuchtung und helle Kleidung erhöhen zusätzlich die Sicherheit", betont der ADFC.

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ADAC: Beharren aufs Recht hilft nicht im Straßenverkehr

Aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) Rheinland-Pfalz ist die wichtigste Grundregel für Autofahrerinnen und Autofahrer: gelassen und rücksichtsvoll bleiben. "Hektik, Drängeln oder das Beharren auf dem eigenen Recht führen selten schneller ans Ziel, sorgen aber fast immer für zusätzliche Spannungen."

Wer vorausschauend fahre, genügend Abstand halte und die Fahrweise den aktuellen Bedingungen anpasse, entschärfe viele kritische Situationen von vornherein. Wichtig sei außerdem, Emotionen nicht ans Steuer mitzunehmen: "Wer merkt, dass er sich ärgert oder unter Stress steht, sollte bewusst einen Gang zurückschalten."

Wer merkt, dass er sich ärgert oder unter Stress steht, sollte bewusst einen Gang zurückschalten.

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Fußgängerinnen und Fußgänger mit Rücksicht und Selbstbewusstsein

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS) rät: "Wer zu Fuß unterwegs ist, sollte die Verkehrsräume anderer respektieren, aber auch Selbstbewusstsein im eigenen Raum und bei eigenen Rechten zeigen." Letzteres gelte vor allem auf dem Gehweg und am Zebrastreifen: "Hat sich ein Rad- oder Scooterfahrer auf den Gehweg verirrt, nicht gleich schüchtern ausweichen, sondern in der Mitte weitergehen - natürlich nur, solange das sicher ist."

Die meisten Radfahrenden würden dann ausweichen oder abbremsen. Das würden auch viele Autofahrende am Zebrastreifen machen, wenn man vorher deutlich einen Arm vorstrecke. Wer Selbstbewusstsein zeigt, wird seltener in Konflikte verwickelt. Und wenn doch mal jemand schreit, wütend hupt oder klingelt: kurz anlächeln und weitergehen.

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Wünsche an die anderen Verkehrsteilnehmenden

Hier sind sich alle drei Interessenvertretungen einig: Sie wünschen sich mehr Rücksicht und ein respektvolles Miteinander mit den jeweils anderen Verkehrsteilnehmenden. Auch das verlässliche Einhalten der Verkehrsregeln würde allen Seiten helfen, betonen ADAC und ADFC.

Der Fußgängerschutzverein FUSS appelliert: "Verhaltet euch so, wie ihr selbst behandelt werden wollt, wenn ihr gerade nicht die Stärkeren seid." Außerdem spreche nichts gegen etwas mehr Gelassenheit: "Wer andere auch mal vorlässt, obwohl er gar nicht muss, bekommt oft ein Lächeln oder einen freundlichen Wink geschenkt." 

Rheinland-Pfalz

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Vorrang den Radfahrenden - das gilt auf einigen Straßen in Rheinland-Pfalz. Sogenannte Fahrradstraßen sollen die Fahrradfreundlichkeit von Städten und Gemeinden erhöhen.

Auch laut dem ADAC könnten kleine Signale wie ein Handzeichen oder ein freundlicher Blick helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Der ADFC wünscht sich zusätzlich, dass der Abstand von 1,5 Metern beim Überholen innerorts und zwei Metern außerorts eingehalten und Radwege nicht zum Parken oder als Gehwege verwendet werden sollten.

Koblenz

Labor Koblenz setzt seit fünf Jahren Lasten-E-Bikes ein Kurier auf zwei Rädern: Mit Geduld und Helm durch Koblenz

40.000 Kilometer haben die Fahrradkuriere vom Labor Koblenz schon zusammengeradelt - unfallfrei. Aber das heißt nicht, dass es nur entspannt zugeht auf den Straßen.

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Der ADAC Rheinland-Pfalz lobt das dichte Straßennetz im Land sowie Investitionen in Umgehungsstraßen. Gleichzeitig gebe es aber Probleme mit Staus, zu wenigen Parkplätzen und schlecht koordinierten Baustellen. Nachholbedarf sieht der Verband auch bei digitalen Ampelschaltungen.

Landau

"Ein Drittel fand es richtig gut, ein Drittel fand es richtig scheiße, der Rest: irgendwo dazwischen" Wie Lukas Hartmann in Landau die Verkehrswende durchsetzen wollte

Lukas Hartmann (Grüne) hat in Landau eine Verkehrspolitik gemacht, über die bis heute diskutiert wird. Wir haben mit ihm gesprochen, über Autos, Fahrräder - und wie es heute um die Verkehrswende in Landau steht.

Bei der Frage nach dem Radwegenetz spricht der ADFC Rheinland-Pfalz hingegen von einem Flickenteppich. Es gebe positive Beispiele wie Landau oder Koblenz, wo kontinuierlich Verbesserungen fürs Rad zu sehen seien. In anderen Städten, etwa Trier oder Neuwied, sei die Situation unzureichend. Auch die Situation bei den Pendlerradrouten sei nicht zufriedenstellend.

Der Verein FUSS freut sich, dass der Fußverkehr in Rheinland-Pfalz kräftig wachse - das belege eine Studie des Bundesverkehrsministeriums. Auf Bundesebene sei in den letzten Jahren außerdem die Nationale Fußverkehrs-Strategie mit verbesserten Verkehrsgesetzen zu loben - für mehr Fußverkehrsflächen, mehr Tempo 30 und Zebrastreifen.

Auf Landesebene laufe es weniger gut: in Rheinland-Pfalz sei das Schaffen von Zebrastreifen zuletzt stark erschwert worden. "In dem Punkt ist Rheinland-Pfalz jetzt leider Deutschlands rückständigstes Bundesland."

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Ärger über Fahrweise Verkehrsstreit in Mainz eskaliert - Polizei muss Straße sperren

Die Mainzer Polizei musste am Wochenende eine Straße in der Mainzer Innenstadt sperren, weil zwei Autofahrer in Streit geraten waren. Zwei Männer wurden verletzt.

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Ein Fahrer, der beeinträchtigte Kinder transportiert, ist in Nieder-Olm verletzt worden. Eine Frau soll den Mann geschlagen haben, als er ein Kind abholen wollte.

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Heike Löser
Sarina Fischer
Sarina Fischer ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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