Ob Hochwasser, Chemieunfall oder nuklearer Angriff - die Abläufe, die für eine Warnung nötig sind, müssen immer wieder getestet werden. Deswegen gibt es Warntage wie am Donnerstag: Gegen 10 Uhr löste das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz in Koblenz eine zentrale Probewarnung aus.
Wer weiß, wie eine Warnung ankommt und was sie bedeutet, kann im Ernstfall schneller und richtig reagieren.
"Warnsysteme müssen dann funktionieren, wenn es darauf ankommt. Genau deshalb testen wir sie regelmäßig und unter möglichst realistischen Bedingungen", hatte Innenminister Michael Ebling (SPD) im Vorfeld des Probealarms gesagt. Zeitgleich sollen die Menschen im Land mit den Warnsignalen vertraut werden, um im Ernstfall schnell zu reagieren.
Wie lief der Warntag in RLP ab?
Wo kann ich Rückmeldung zum Probealarm geben?
Vor was wird bei einem Alarm gewarnt?
Über welche Kanäle wird gewarnt?
Welche Warnstufen gibt es?
Wie liefen die bisherigen Warntage?
Wie lief der Warntag in RLP ab?
Um 10 Uhr am Donnerstag heulten in ganz Rheinland-Pfalz Sirenen und Handy-Apps gaben schrille Warntöne von sich. Mit der Aktion testeten das Land und die Kommunen gemeinsam ihre Warnsysteme für Krisen- und Katastrophenfälle. Gegen 10:45 Uhr gab es planmäßig eine Entwarnung, erstmals auch über Cell Broadcast. Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen wie NINA oder KATWARN musste dafür keine eigene App auf dem Handy installiert sein.
Nach Angaben des Landesamtes ist der Warntag erfolgreich verlaufen. Die vorgesehenen Warnmittel und Warnsysteme seien in den teilnehmenden Kommunen planmäßig ausgelöst worden. Erkenntnisse dazu würden nun ausgewertet und gemeinsam mit den Kommunen im Detail analysiert.
Ein Testtag fand am Donnerstag unter anderem auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen statt. Neben den Warntagen in den Ländern gibt es zusätzlich einen bundesweiten Warntag - und zwar in diesem Jahr am 10. September.
Wo kann ich Rückmeldung zum Probealarm geben?
Der Handyalarm wurde zu spät ausgelöst? Es gab keine Entwarnung per Sirene? Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, beim Land Rückmeldung zu geben, wie der Probealarm bei ihnen vor Ort gelaufen ist:
Bürgerformular Landesweiter Warntag 2026
Vor was wird bei einem Alarm gewarnt?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat eine Vielzahl von Szenarien erarbeitet, vor denen die Menschen gewarnt werden: von Krankheitserregern bis zu Extremwetterereignissen.
Über welche Kanäle wird gewarnt?
Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurden am Warntag viele Kanäle genutzt, vor allem Sirenen und Handys. Das sind nicht alle, die zur Verfügung stehen. Um im Ernstfall zu warnen, nutzen die Katastrophenschützer all diese Kanäle:
Welche Warnstufen gibt es?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat das Ausmaß und die Dringlichkeit seiner Warnungen in drei Warnstufen unterteilt:
Warnstufe 3 ist beim BBK die niedrigste Warnstufe, auch als Gefahreninformation bezeichnet. Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung besteht dabei "voraussichtlich" nicht.
Warnstufe 2 ist laut BBK eine "amtliche Gefahrenmitteilung", die die "Unversehrtheit der Bevölkerung" bedroht. Was hier etwas abstrakt klingt, bedeutet, dass sich Menschen verletzen können, wenn sie die Gefahr nicht ernst nehmen.
Warnstufe 1 ist die höchste Warnstufe und unterscheidet sich sprachlich nur gering von der mittleren Warnstufe. Hier spricht das BBK von einer "amtlichen Gefahrendurchsage", nicht Gefahrenmitteilung.
Trotz vereinzelter Sirenenausfälle Erster landesweiter Warntag für Rheinland-Pfalz ein "Erfolg"
Um Punkt 10 Uhr haben Sirenen geheult und viele Handys einen Alarmton abgespielt. Es handelte sich um einen landesweiten Test von Warnsystemen. Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden.
Wie liefen die bisherigen Warntage?
Nach dem ersten landesweiten Warntag in Rheinland-Pfalz am 13. März vergangenen Jahres hatte Innenminister Ebling von einem "Erfolg" gesprochen. Der Testtag habe gezeigt, dass Rheinland-Pfalz über leistungsfähige Warnsysteme verfüge. Man wolle aber noch besser werden. So gab es beispielsweise vereinzelte Meldungen über defekte Sirenen, unter anderem in der Verbandsgemeinde Wörrstadt in Rheinhessen und in Rückeroth im Westerwaldkreis.
Auch am bundesweiten Warntag am 11. September vergangenen Jahres gab es Pannen, beispielsweise in Mainz und den Landkreisen Mainz-Bingen und Alzey-Worms. Dort gaben Sirenen den falschen Warnton ab und signalisierten statt der Entwarnung um 11:45 Uhr ein zweites Mal eine Warnung. Außerdem war bei einem Mobilfunkbetreiber kurzzeitig das Handynetz gestört gewesen.