Schrillende Handys, heulende Sirenen und Lautsprecherdurchsagen - um 10 Uhr wurde es auch in der Pfalz richtig laut, als das Lagezentrum Bevölkerungsschutz in Koblenz einen zentralen Alarm ausgelöst hatte und Kommunen parallel ihre eigenen Warnsysteme testeten. Der landesweite Alarm wurde in Koblenz wie im vergangenen Jahr auch über das Modulare Warnsystem MOWAS ausgelöst.
Zur Verbreitung dieser Warnung sind auch wieder verschiedene Warnmittel zum Einsatz gekommen wie Cell Broadcast oder Warn-Apps für Smartphones wie NINA und KATWARN. Mithilfe des Cell-Broadcast-Systems kann eine Behörde Warnnachrichten an alle Mobilfunkgeräte verschicken, die in einem bestimmten Gebiet eingeschaltet sind.
Landesregierung wollte Warnsysteme testen
Die Landesregierung wollte am Donnerstag testen, ob die verschiedenen Warnsysteme im Ernstfall funktionieren, zum Beispiel bei einem großen Stromausfall oder einer gefährlichen Wetterlage. Außerdem sollten Bürgerinnen und Bürger für solche Warnungen sensibilisiert werden und die Einsatzkräfte im neuen Lagezentrum für Bevölkerungsschutz in Koblenz übten an dem Tag die Abläufe für den Ernstfall.
Landesweiter Probealarm So lief der Warntag in RLP, hier können Sie Rückmeldung geben
Um Punkt 10 Uhr schrillten in ganz Rheinland-Pfalz Handys und Sirenen, um Warnkanäle zu testen. Jetzt können Bürger Rückmeldung zum Probealarm geben.
In der Pfalz haben sich unter anderem folgende Kommunen am landesweiten Warntag beteiligt:
Gegen 10:45 Uhr gab es nach Angaben des Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz eine landesweite Entwarnung, die auch vom Lagezentrum Bevölkerungsschutz gesteuert wurde. Erstmals ist über Cell Broadcast eine Entwarnung versendet worden.
Der Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Speyer testete nach eigenen Angaben das kommunale Warnnetz, das aus insgesamt 33 stationären Sirenen besteht. Außerdem wurden zwei mobile Sirenen, mit denen Sprachdurchsagen möglich sind, auf dem Königsplatz und auf dem Parkplatz E-Center Stiegler getestet. Die Stadt Speyer besitzt nach eigenen Angaben acht solcher mobiler Geräte.
Insgesamt zieht die Stadt Speyer eine positive Bilanz, allerdings weißt sie auch auf kleinere Probleme hin. Von den 33 stationären Sirenen haben 32 ausgelöst, eine Sirene, in der Schubertstraße, befinde sich im Umbau. An einem der mobilen Geräte war während der Probewarnung ein Lautsprecher ausgefallen, heißt es. Dieser sei unmittelbar vor Ort durch Einsatzkräfte ausgetauscht worden.
Die Stadt Ludwigshafen gab an, ihre 28 Sirenen auszulösen, welche die Bevölkerung beispielsweise auch bei einem Großereignis warnen. "Die Sirenen werden im Stadtgebiet dafür mit einem einminütigen, auf- und abschwellenden Heulton erklingen", hieß es vorab. Die Feuerwehr plante anschließend die Sirenen zur Entwarnung einzusetzen, mit einem einminütigen, gleichbleibenden Dauerton.
Am Donnerstag ließ die Feuerwehr alle Sirenen gleich mehrfach hintereinander losheulen. Damit wurden verschiedene Auslöse-Techniken erfolgreich getestet, erklärte ein Feuerwehr-Sprecher.
Die Stadt Frankenthal plante, nicht nur die fest installierten Sirenen heulen zu lassen, sondern wollte auch eine mobile Sirene testen, die auf dem Dach eines Feuerwehrfahrzeugs befestigt werden kann. Sie soll im Ernstfall auch zum Einsatz kommen und dient als Reserve, wenn stationäre Sirenen ausfallen sollten. Die Stadt Frankenthal berichtet, dass der Alarm-Heulton bei ein einigen der 20 Sirenen im Stadtgebiet etwas verspätet begonnen hatte. Jetzt werde nach der Ursache gesucht.
Auf ihrer Homepage hat die Stadt Frankenthal alle wichtigen Informationen rund um mögliche Notfallsituationen zusammengefasst.
Im Kreis Südliche Weinstraße sollten nach Angaben des Kreises auch Sirenen heulen. "Die Kommunen entscheiden selbst, welche Alarmierungsmittel sie auslösen", sagte Landrat Dietmar Seefeldt vorab, und weiter: "Bleiben Sie auch zum Warntag aufmerksam und vermeiden Sie nicht notwendige Meldungen bei Feuerwehren oder Polizei." Allerdings sollten nicht in jeder Ortsgemeinde im Landkreis Sirenen ertönen, da diese nicht überall vorhanden seien.
Die Verbandsgemeinde Edenkoben im Kreis Südliche Weinstraße teilte auf SWR-Anfrage mit, dass am Donnerstag alle 22 Sirenen im Gebiet der Verbandsgemeinde erfolgreich ausgelöst worden sind.
Am landesweiten Warntag plante der Kreis Germersheim am Donnerstag eine Premiere: Die Sirenen sollten nicht nur heulen, sondern erstmals auch sprechen. Der Kreis hatte die 64 Sirenen vergangenes Jahr neu angeschafft. Wie vielerorts im Land sollte um 10 Uhr auch in Germersheim zuerst das auf- und abschwellende Sirenensignal ausgelöst werden.
Danach sollte – und das ist neu - die Sprachdurchsage "Probealarm" folgen. Gegen 10:45 Uhr sollte dann die Entwarnung in Germersheim folgen, mit Dauerton und der Sprachnachricht: "Ende des Probealarms". Der Kreis Germersheim plante, nach dem Probealarm eine Bürger-Umfrage zu starten und will erfahren, wie gut Sirenen und Durchsagen zu hören waren.
Die Warnung um 10 Uhr hat nach Angaben des Kreises flächendeckend funktioniert, die Entwarnung aufgrund eines technischen Problems leider nicht. "Einzelne Sirenen haben auch bei der Entwarnung komplett inklusive Sprachdurchsage funktioniert, die meisten jedoch nicht. Deshalb wurde von uns der Heulton zur Entwarnung ohne anschließende Sprachdurchsage nochmals ausgelöst, so dass flächendeckend die Entwarnung zu hören war", so der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Germersheim Christian Betzel. Es sei ein Gespräch mit dem Hersteller geplant, um herauszufinden, woran das technische Problem liegt.
Limburgerhof nahm nicht mit Sirenen teil
Die Gemeinde Limburgerhof nahm nicht mit Sirenen am rheinland-pfälzischen Warntag teil. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung werden diese derzeit gewartet. Limburgerhof hatte im vergangenen Jahr seine zwei alten Sirenen stillgelegt und drei neue im Wert von insgesamt 85.000 Euro gekauft.
Landesweiter Warntag in 2025 war erfolgreich
Im Jahr 2025 hatten das Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz und das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz erstmals einen eigenständigen landesweiten Warntag etabliert. In 2025 war der landesweite Warntag erfolgreich verlaufen.
Trotz vereinzelter Sirenenausfälle Erster landesweiter Warntag für Rheinland-Pfalz ein "Erfolg"
Um Punkt 10 Uhr haben Sirenen geheult und viele Handys einen Alarmton abgespielt. Es handelte sich um einen landesweiten Test von Warnsystemen. Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden.
Der landesweite Warntag in RLP wird jedes Jahr am zweiten Donnerstag im März durchgeführt und ergänzt den bundesweiten Warntag im September bei der Überprüfung der Warnsysteme im Land.