ACC steht für "Automotive Cells Company", ein Gemeinschaftsunternehmen der Autohersteller Stellantis, Mercedes-Benz und der Firma Total. Eigentlich wollte ACC in Europa drei Werke bauen, in denen Batterien für Elektroautos gebaut werden sollten. Eines produziert mittlerweile in Frankreich, der Bau der zwei weiteren in Italien und Kaiserslautern wurde jetzt abgesagt. Grund laut ACC: Die anhaltend schwache Nachfrage nach Elektroautos in Europa.
ACC gibt Pläne für Deutschland auf Aus für Batteriewerk in Kaiserslautern - "Schock für ganze Region"
Das Batterieunternehmen ACC gibt seine Pläne für eine Gigafactory in Kaiserslautern auf. Grund sei die schwache Nachfrage nach E-Autos in Europa. Kritik kommt von der IG Metall.
Fläche in Kaiserslautern wird schnell entwickelt
Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) nannte die Entscheidung von ACC "bedauerlich - auch für den Standort Deutschland und Rheinland-Pfalz". "Es ist eine strategische Unternehmensentscheidung, die ich mir natürlich anders gewünscht hätte." Er gehe davon aus, dass es schnell neue Interessenten für die Fläche geben werde, auf der eigentlich die Batteriezellenfabrik gebaut werden sollte.
Die Fläche werde ins Turboflächenprogramm des Landes aufgenommen und sehr schnell entwickelt. Dabei soll auch eine Task-Force aus allen Beteiligten von Land und Stadt helfen. Von den zugesagten Fördergeldern seien bisher 500.000 Euro geflossen. Die Bundesregierung werde jetzt daran arbeiten, dass die Fördermittel von ACC wieder zurückgegeben werden.
Das Argument von ACC, es gebe nicht genug Nachfrage nach Elektroautos, kritisiert die Gewerkschaft IG Metall mit harschen Worten. Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, nannte die Entscheidung "irrational und verantwortungslos". Die ganze Region sei schockiert. Die Gewerkschaft sei dem Unternehmen weit entgegen gekommen. Resiliente Lieferketten würden durch solche Entscheidungen nicht entstehen.
Betriebsrat von ACC "enttäuscht und frustriert"
Florian Krapf, der Betriebsratsvorsitzende ACC Deutschland, sagte, die Entscheidung von ACC sei keine Überraschung, er sei aber trotzdem "sehr enttäuscht und frustriert". Er erinnerte daran, dass bereits 90 Mitarbeiter eingestellt worden seien, die das Werk in Kaiserslautern aufbauen sollten. Die Belegschaft werde die Entscheidung nicht einfach hinnehmen und für das Werk kämpfen. "Das Werk wäre ein Statement für ganz Europa gewesen", sagte Krapf.
Kimmel: "Entscheidung von ACC ist für Kaiserslautern auch eine Chance"
Die Kaiserslauterer Oberbürgermeisterin Beate Kimmel (SPD) nannte die Entscheidung von ACC "bitter". "Kaiserslautern war mit der Forschungs- und Entwicklungslandschaft prädestiniert, die Fabrik zu stützen", sagte Kimmel. Ihre Gedanken seien auch bei den rund 90 Mitarbeitenden von ACC, die sich jetzt neue Jobs suchen müssten. Man stehe in enger Verbindung zur Landesregierung, um das freiwerdende Gelände weiter zu entwickeln. Es würden Flächen von Unternehmen nachgefragt, insofern sei die Absage auch eine Chance.
"Wir hatten bis zum Schluss gehofft, dass es doch noch zu einer positiven Entscheidung für die Batteriezellenfabrik kommt", sagte der Leiter der Wirtschaftsförderungsgessellschaft Kaiserslautern (WFK), Phillip Pongratz. Er nannte die Entscheidung von ACC "äußerst bedauerlich - nicht nur für Kaiserslautern, sondern auch für den Technologiestandort Deutschland". Kaiserslautern habe alle Voraussetzungen für die Fabrik geschaffen - jetzt würden der Stadt 2.000 Arbeitsplätze entgehen. Man wolle jetzt mit ACC sprechen, was mit dem Gelände passieren könnte.