Fallschirmjäger proben in Baumholder Ernstfall

Großübung der Bundeswehr: Achtung Kolonnenverkehr in der Westpfalz

Am Sonntag startet in Baumholder eine große Bundeswehrübung. Dabei kanns laut werden und Autofahrer müssen sich auf Behinderungen einstellen. Insgesamt beteiligen sich 550 Soldaten und 150 Fahrzeuge an der Großübung.

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Stand

Von Autor/in Andreas Kahlmeyer

Los geht die Großübung bereits mit der Anreise der Fallschirmjäger aus Zweibrücken. Insgesamt 150 Fahrzeuge – vom Geländewagen über Kettenfahrzeuge bis hin zu Lastwagen – sind auf den Straßen unterwegs. Die Route führt nach Angaben eines Sprechers der Fallschirmjäger von Zweibrücken über Homburg und Hütschenhausen bis nach Baumholder. Dort beginnt dann eine zweiwöchige Übung, bei der der Ernstfall geprobt wird.

Bundeswehübung Baumholder: Zwei Soldaten auf einem Wiesel. (Symbolbild)
Zwei Soldaten auf einem Wiesel Panzerfahrzeug mit TOW-Panzerabwehrlenkwaffe. (Symbolbild)

Kolonnenverkehr nach Baumholder: Besondere Regeln beachten

Die Fahrzeuge fahren in mehreren Kolonnen, und das bringt besondere Regeln im Straßenverkehr mit sich. Eine Kolonne besteht aus etwa 30 Fahrzeugen, die zusammenbleiben müssen. Laut Straßenverkehrsordnung gilt eine Kolonne als ein einziges Fahrzeug. Das heißt: Fährt das erste Fahrzeug bei grüner Ampel über die Kreuzung, dürfen alle anderen folgen – selbst wenn die Ampel inzwischen rot ist.

Wichtig für Autofahrer: Das Überholen einer Kolonne oder das Einscheren zwischen die Fahrzeuge ist strengstens verboten. Wer am Sonntag auf den Straßen zwischen Zweibrücken, Homburg und Baumholder unterwegs ist, sollte daher besonders vorsichtig und geduldig sein.

Bundeswehrübung in Baumholder: Ein geschützter Geländewagen Wolf SSA und ein ESK Mungo fahren in einer Kolonne. (Symbolbild)
Ein geschützter Geländewagen Wolf SSA und ein ESK Mungo fahren in einer Kolonne. (Symbolbild)

Zwei Wochen proben Fallschirmjäger in Baumholder den Ernstfall

Aber die Verlegung der Soldaten und Fahrzeuge ist nur der Auftakt zu einer intensiven Großübung auf dem Truppenübungsplatz Baumholder. In den kommenden zwei Wochen werden dort verschiedene Szenarien trainiert, um die Einsatzbereitschaft der Truppen auf Herz und Nieren zu prüfen. Geplant sind unter anderem:

  • Schießübungen: Einsatz verschiedenster Waffen und Gefechtsfahrzeuge unter realistischen Bedingungen.
  • Drohnenabwehr: Training, wie feindliche Drohnen effektiv abgewehrt und unschädlich gemacht werden können.
  • Häuserkampf: Gefechtsübungen in Gebäuden, von Raum zu Raum und Stockwerk zu Stockwerk.
  • Abschlussübung: Ein 24-Stunden-Test, bei dem alle Elemente der Übung kombiniert werden – auch bei Nacht, mit Nachtsichtgeräten und Wärmebildtechnik.

Ziel der Übung ist es, Schwachstellen in der Einsatzfähigkeit von Soldaten, Waffen und Technik zu erkennen und auszubessern. Am Ende wird ein detaillierter Bericht erstellt, um die Truppe noch besser auf mögliche Einsatzszenarien vorzubereiten.

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Realistische Herausforderungen für Soldaten

Die Fallschirmjäger nehmen alles was sie bei der Übung brauchen selbst mit zum Truppenübungsplatz in Baumholder. Von den Waffen, Übungsmunition, Ausbildungsmaterial bis hin zur Verpflegung muss alles gepackt und transportiert werden. Sogar Stacheldraht, um Absperrungen zu errichten, nehmen die Soldaten von Zweibrücken aus mit. Neben Einsätzen bei Nacht und schlechter Sicht wird es laut einem Sprecher der Fallschirmjäger auch darauf ankommen, wie gut die Soldaten mit Schlafmangel umgehen können.

Rückfahrt mit Kolonnenverkehr in zwei Wochen

Nach Abschluss der Übung müssen die 550 Soldaten und 150 Fahrzeuge wieder zurück nach Zweibrücken verlegt werden. Auch dann gilt für die Kolonnen der Bundeswehr dasselbe wie auf dem Hinweg: Verkehrsregeln beachten, Kolonnen nicht überholen oder unterbrechen und mit Verzögerungen im Straßenverkehr rechnen.

Die Bundeswehr bittet um Verständnis und Rücksichtnahme, um die Übung möglichst reibungslos und sicher durchführen zu können.

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Autor/in
Andreas Kahlmeyer
Reporter Andreas Kahlmeyer aus dem SWR-Studio in Kaiserslautern.

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