"Das ist eine gute Nachricht für Kusel" - so kommentiert der erste Beigeordnete der Stadt, Ulrich Ernst (CDU), die Entscheidung der Bundeswehr, dass künftig wieder Soldaten in den Gebäuden der ehemaligen Kaserne auf dem Windhof wohnen werden. Es sei eine sinnvolle Nutzung des Geländes. Ernst verweist auch darauf, dass die Soldaten Kaufkraft nach Kusel bringen werden. "Die Soldaten werden Kusel gut tun, wie sie Kusel auch in der Vergangenheit gut getan haben", sagt Ernst.
Wegen geplantem Truppenaufbau Bundeswehr zieht geplante Zivilnutzung von Kasernen in Rheinland-Pfalz zurück
Die Bundeswehr stoppt die geplante zivile Nutzung stillgelegter Standorte. Betroffen sind dreizehn Flächen in Rheinland-Pfalz, darunter Kasernen in Idar-Oberstein und Speyer.
Was passiert mit der AfA auf dem Bundeswehrgelände in Kusel?
Ein Problem: Auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne betreibt das Land zurzeit noch eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA). "Für Bundeswehr und AfA ist kein Platz auf dem Gelände", sagt der Beauftragte des Kreises Kusel für den Windhof, Thomas Danneck. Er geht davon aus, dass die Bundeswehr schon 2029 wieder in die Gebäude einziehen will. Es müssten jetzt schnelle Entscheidungen gefällt werden.
Diese Forderung geht an die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Katharina Binz (Bündnis 90/Grüne). Wie geht es mit der AfA weiter? Binz will aber erstmal abwarten, wie sich die Bundeswehr den weiteren Zeitplan vorstellt. "Wir wissen bisher nur, dass die Bundeswehr das Gelände nutzen will. Wir fordern vom Verteidigungsministerium, dass es jetzt möglichst schnell weitere Informationen weitergibt", sagt sie.
Kaiserslautern hatte mit Planungen für Gelände schon begonnen
Wo in Kusel Freude herrscht, regiert im Rathaus in Kaiserslautern der Frust. Hier geht es um die ehemalige Quartermaster-Kaserne am Fröhnerhof, die die US-Streitkräfte 1998 aufgegeben haben. Ein Gebiet, das für ein Gewerbe- oder Industriegebiet geradezu gemalt scheint - liegt es doch direkt an zwei Autobahnen.
Also hat die Stadt schon Gutachten erstellen lassen und mit einem Bebauungsplan begonnen. Das alles wird nun hinfällig. Besonders bitter: In der Stadt sind Gewerbe- und Industrieflächen knapp - das Gebiet habe für die Stadtentwicklung "eine wesentliche Bedeutung", hieß es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Und das, obwohl der Boden auf dem Gelände stark belastet ist und erst einmal aufwändig saniert werden müsste.
Es gebe mehr Anfragen von Firmen von außerhalb und aus Kaiserslautern, als Flächen zur Verfügung stünden, hieß es von der Wirtschaftsförderung WFK. Dass man jetzt nicht auf das Gelände am Fröhnerhof zugreifen könne, führe "zu einer weiteren Verknappung potentieller Unternehmensflächen", sagte der Geschäftsführer der WFK, Phillip Pongratz.
Stadt Kaiserslautern muss neue Gewerbeflächen suchen
Jede Industrie- oder Gewerbefläche, egal wie lange die Entwicklung dauere, habe eine wichtige Bedeutung für die strategische Entwicklung von Kaiserslautern, so die Stadtverwaltung. Es bleibe der Stadt nichts anderes übrig, als weiter im Umfeld nach anderen geeigneten Flächen zu suchen.
In der Westpfalz beansprucht die Bundeswehr auch noch Gelände in Kirchheimbolanden und Mehlingen im Kreis Kaiserslautern für eine eigene Nutzung.