Die ersten Anmeldungen waren bereits eingegangen, Outdoor-Duschen waren bestellt, die Route stand fest. In nur vier Wochen hätte der "Donnersberg Trail" zum siebten Mal stattfinden sollen. In den vergangenen Jahren haben sich dafür mehrere hundert Läuferinnen und Läufer in Imsbach (Donnersbergkreis) versammelt, um gemeinsam kilometerlange Strecken durch den Wald rund um den Donnersberg zurückzulegen.
Trockene Jahre haben Wald am Donnersberg zugesetzt
"Jetzt ziehe ich die Reißleine", sagt Uwe Rahm. Er ist Vorsitzender des Leichtathletikvereins LC Donnersberg und somit Veranstalter des etablierten Trail Runs. Hinter der Absage stehe ein monatelanger Kampf. Es ging um die Frage: Ist der Wald am Donnersberg sicher genug, um dort eine große Veranstaltung auszurichten?
Das Forstamt hatte diese Frage verneint. "Die Lage am Donnersberg ist extrem", erklärt Förster Ralph Barme. Die anhaltende Trockenheit, verstärkt durch den Klimawandel, habe dem Wald zugesetzt. Der felsige Untergrund und die Hanglage am Donnersberg verschärfe die Situation. Die Folge: Tote Baumkronen und Äste drohen abzubrechen, ganze Bäume könnten umfallen. "Das ist schon seit Jahren so", sagt Barme. "Jetzt war es zu viel."
Zu hohe Kosten für Baumpflege am Donnersberg
Um den Trail Run guten Gewissens ausrichten zu können, müssten laut Forstamt unzählige Bäume entlang der Route zurückgeschnitten oder gefällt werden. Dafür könnten bis zu 20.000 Euro anfallen. Die Kosten müsse der Veranstalter tragen. "Das können wir uns unmöglich leisten", sagt Uwe Rahm vom LC Donnersberg.
Mit diesem Argument wurde auch der Donnersberg-Touristik-Verband in die Knie gezwungen: Am Montag musste der Verband den diesjährigen Wandermarathon absagen. Auch dabei wäre die Route durch den gebeutelten Wald um den Donnersberg gegangen. "Die Kosten sind für uns nicht stemmbar", so Geschäftsführer Simon Lauchner.
Gesetzesänderung als Lösung: Betreten des Waldes auf eigene Gefahr
Lauchner macht sich außerdem Sorgen um die kommenden Jahre: "Der Wald wird nicht gesünder." Er sieht die Lösung in einer gesetzlichen Änderung: "Es muss klar sein, dass das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr erfolgt." Derzeit gilt das nur für Einzelpersonen - bei Events haftet jedoch der Veranstalter. Laut Ralph Barme vom Forstamt Donnersberg war eine entsprechende Änderung des Bundeswaldgesetzes von der letzten Bundesregierung sogar angedacht gewesen. Dazu sei es nach deren Zerfall jedoch nie gekommen.
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Veranstalter bleiben Donnersberg treu
Kurzfristig hatte das Forstamt stattdessen vorgeschlagen, die beiden Sportveranstaltungen in ein anderes Waldgebiet zu verlegen. "Wir haben bei uns andere Wälder, wo es nicht so schlecht aussieht", sagt Barme. Für die Veranstalter kam das jedoch nicht in Frage. "Der Donnersberg ist der höchste Berg der Pfalz", sagt Lauchner vom Touristik-Verband. "Das ist unsere Marke."