Eigentlich hätte Familie Arango bereits das Land verlassen sollen. Nun wurde ihre Duldung verlängert, bis zum 9. Januar dürfen sie bleiben. Ihr Zuhause in Deutschland ist Neuhemsbach, ein Dorf von knapp 1.000 Einwohnern im Kreis Kaiserslautern. Die Gemeinde hatte sich zuletzt stark dafür eingesetzt, dass Familie Arango bleiben darf.
"Meine Kinder haben im Moment alle ihre Freunde hier", sagt Familienvater Luis Arango. Sie bekämen gute Bildung in Schule und Kita, gingen zur Jugendfeuerwehr und ins Fußballtraining. Doch die Unsicherheit sei für sie schwer zu ertragen. "Meine Kinder fragen jeden Tag: Was passiert heute? Was passiert morgen?"
Pässe der Kinder fehlen für Abschiebung
Die Familie kam vor rund zwei Jahren nach Deutschland, weil sie in ihrer Heimat bedroht wurden. Nun wurde ihr Asylantrag abgelehnt, die Behörden sahen wohl nicht ausreichend Belege für eine Verfolgung in Kolumbien. Doch eine Regelung der Behörden selbst sorgte jetzt für Verzögerung: Abschiebungen könnten nur durchgeführt werden, "wenn die Identität der Personen geklärt" sei. So teilte es ein Sprecher der Kreisverwaltung Kaiserslautern mit. Und Familie Arango fehlen die kolumbianischen Pässe ihrer Kinder.
Familie stellt Härtefallantrag
Doch damit ist es ein Spiel auf Zeit. Ein Rechtsanwalt aus Hamburg unterstützt die Familie dabei. "Sobald die Pässe vorliegen, gibt es kein Abschiebehindernis mehr", so der Anwalt Alexander Dau. Die Familie hat deshalb nun einen Härtefallantrag gestellt und hofft, dass man dort ihre gute Integration anerkennt. "Die Entscheidung liegt jetzt im Ermessen anderer Personen", fasst Anwalt Dau die aktuelle Lage zusammen. Er hoffe auf das Wohlwollen der Behörden.
Für Familienvater Luis Arango ist klar: "Unser Leben ist hier." In Kolumbien habe er keine Perspektive. Dort gebe es im Moment viel Kriminalität. "Welche Leute braucht Deutschland?", fragt er, ohne darauf eine Antwort zu erwarten. Mit dieser Frage wird sich nun die Härtefallkommission auseinandersetzen müssen.