Es war ziemlich genau 9.30 Uhr, als es in Höheinöd in der Südwestpfalz kurz hintereinander zweimal laut knallte. Wenige Sekunden später neigte sich zuerst der Turm des einen Windrads, dann des anderen zur Seite. Mit lautem Getöse schlugen beide Türme schließlich auf dem Boden auf - die beiden alten Windräder waren Geschichte. Im Vorfeld waren bereits die Rotorblätter und die Gondel mit dem Motor abgebaut worden.
Schon in der vergangenen Woche war ein altes Windrad in Höheinöd gesprengt worden - ohne Probleme. Diesmal lagen die Windräder näher an der A62 und einer Landstraße. Deswegen mussten auch die Autobahn und die Landstraße 474 in der Südwestpfalz kurzzeitig gesperrt werden. Auch rund um die Windräder war alles großflächig abgesperrt. Dutzende Menschen hatten sich in sicherer Entfernung eingefunden, um das Spektakel live zu erleben.
Nach Sprengung sollen neue Windräder in Höheinöd mehr Strom liefern
Dort, wo jetzt die drei 20 Jahre alten Windräder standen, werden in den kommenden Monaten zwei neue Windräder gebaut. Weil die Technik mittlerweile so weit fortgeschritten ist, werden die zwei neuen Windräder ab Herbst dieses Jahres deutlich mehr Strom produzieren als die drei alten - statt bisher sechs dann 14 Megawatt.
Windkraft in Rheinland-Pfalz Was aus den alten Windrädern wird und warum RLP viele abbaut
Viele Windräder in RLP werden abgebaut: Ende der Förderung und Alter machen Repowering attraktiv. Beim Rückbau werden Beton und Metalle verwertet - Rotorblätter bleiben schwierig.
Von den beiden alten Windrädern bleibt ein großer Haufen Schutt übrig - das meiste davon Stahl und Beton. Beides soll wiederverwertet werden. Der Stahl kann nach Angaben der Betreiberfirma recycelt und zum Beispiel in der Autoindustrie genutzt werden. Der Beton wird für den Bau der neuen Windräder genutzt.