Die Gewerkschaft und der Betriebsrat haben in Verhandlungen mit ACC nach eigenen Angaben erreicht, dass das Projekt von einem anderen Investor fortgeführt werden könnte. Damit bleibe eine Batteriezellproduktion am Standort Kaiserslautern grundsätzlich möglich.
Der bisherige Investor, die Firma ACC, hatte im Februar bekanntgegeben, die geplante Fabrik in Kaiserslautern nicht zu bauen. Die Entscheidung hatte in der Stadt und in der Region für große Enttäuschung gesorgt, denn dort sollten ursprünglich bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Rund 90 Personen wurden für das Projekt bereits eingestellt.
Zwischen Frust und Chance Reaktionen auf Absage Batteriezellenfabrik in Kaiserslautern
Erst lag die geplante Gigafactory in Kaiserslautern auf Eis, jetzt wurde die Batteriezellenfabrik durch die Firma ACC komplett abgesagt. Die Reaktionen fallen zum Teil harsch aus.
Neuer Investor für Batteriezellfabrik in Kaiserslautern gesucht
Nach Angaben der IG Metall könnten in Kaiserslautern auch Batteriezellen produziert werden, die nicht in E-Autos genutzt werden. Die Gewerkschaft sieht gute Chancen, einen neuen Investor zu finden. Als Gründe nennt sie unter anderem das voll erschlossene Grundstück auf dem ehemaligen Opel-Gelände in Kaiserslautern, vorhandene Förderzusagen von mehr als 430 Millionen Euro, einen bestehenden Tarifvertrag und die motivierte Belegschaft vor Ort.
Der Geschäftsführer der IG Metall Kaiserslautern, Bernd Löffler, sagte: "Zur Absicherung der rund 90 ACC-Beschäftigten konnten die Verhandlungen über einen Interessensausgleich und Sozialplan erfolgreich abgeschlossen werden. Unser Ziel bleibt, zügig einen Investor zu finden und eine industrielle Zukunft für den Standort zu sichern."
Löffler betonte, dass der Verhandlungserfolg nur möglich gewesen sei, weil alle Akteure in der Region geschlossen hinter der Idee der Batteriezellfertigung in Kaiserslautern stünden.
Stadt Kaiserslautern plant weiter mit Industriearbeitsplätzen
Auch die Stadt Kaiserslautern hatte zuletzt deutlich gemacht, dass das an das Gewerbegebiet im Westen der Stadt angrenzende Gelände weiter als Industriefläche genutzt werden soll. Der Stadtrat hat deshalb beschlossen, einen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen. Darin soll geregelt werden, was dort künftig gebaut werden darf.
Auf einem Teil der Fläche ist außerdem eine neue Feuerwache geplant. Die Industriefläche gehört aktuell noch ACC. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung ist das Areal wegen seiner Lage und Größe besonders attraktiv. Der Fokus solle möglichst auf neuen Industriearbeitsplätzen liegen.