Standort mit Potenzial - aber wenig Perspektive

Wie geht’s in Kaiserslautern nach Aus für Batteriezellwerk weiter?

In Kaiserslautern herrscht große Enttäuschung: Das geplante Batteriezellwerk, das als Leuchtturmprojekt für die Region galt, wird nicht realisiert. Aber wie geht es nun mit dem Gelände weiter?

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Philip Pongratz, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kaiserslautern, beschreibt die Auswirkungen und blickt auf die Herausforderungen, die vor der Stadt und dem Wirtschaftsstandort liegen. Ein Überblick über die Lage und die Möglichkeiten für die Zukunft.

Eine verpasste Chance für Kaiserslautern und Europa

Die Entscheidung, das Batteriezellwerk nicht zu bauen, trifft Kaiserslautern hart. Doch der Rückschlag hat nicht nur regionale Bedeutung. "Es ist nicht nur für Kaiserslautern, sondern auch für Deutschland und Europa bedauerlich", erklärt Pongratz. Batteriezellen sind ein essenzieller Bestandteil der Elektromobilität, die als Schlüsseltechnologie der Zukunft gilt. Hier nicht voranzuschreiten, sei eine Entscheidung, die viele Fragen aufwirft.

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Unterstützung aus Berlin blieb aus

Im Gespräch zeigt sich Pongratz überrascht, dass vonseiten der Bundesregierung keine klare Unterstützung für das Projekt kam. Ein solches Werk hätte nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern Europa ein Stück unabhängiger von asiatischen Herstellern gemacht. Ein europäischer Hersteller wäre nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Lieferkettensicherheit von großer Bedeutung gewesen.

Warum wurde das Projekt in Kaiserslautern gestoppt?

Die offizielle Begründung für den Rückzug liegt in den schwachen Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen des betroffenen Unternehmens. Für Pongratz bleibt das jedoch schwer nachvollziehbar: "Wir sind uns ja alle einig, dass die E-Mobilität die Zukunft ist und ein E-Fahrzeug fährt nun mal nicht ohne Batterie."  

Philip Pongratz, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kaiserslautern
Philip Pongratz, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kaiserslautern.

Sich aus einem zukunftsträchtigen Bereich wie der Batteriezellfertigung zurückzuziehen, ist für Pongratz deshalb nicht nachvollziehbar. Letztlich sei es jedoch eine unternehmerische Entscheidung, die man akzeptieren müsse – auch wenn sie für viele Beteiligte eine bittere Enttäuschung darstelle.

Was passiert mit dem ehemaligen Opel-Gelände?

Das Gelände, auf dem die Batteriefabrik entstehen sollte, bleibt vorerst ungenutzt. Es handelt sich um eine mehrere Hektar große Industriefläche in bester Lage – ein echtes "Filetstück", wie Pongratz es nennt. Doch die Suche nach einem neuen Investor oder Nutzer wird nicht einfach. Aktuell sei es wichtig, keine übereilten Entscheidungen zu treffen.

Neue Chancen für Kaiserslautern?

Trotz der Enttäuschung sieht Pongratz auch Potenzial. Kaiserslautern müsse nun gezielt nach neuen Investoren suchen, insbesondere aus dem Industriesektor. Logistik sei zwar ein boomender Bereich, doch Pongratz betont, dass der Fokus auf Industriearbeitsplätze liegen sollte: "Deutschland und Europa dürfen sich nicht deindustrialisieren. Wir brauchen attraktive und zukunftsfähige Arbeitsplätze."

Der Standort Kaiserslautern biete dafür beste Voraussetzungen. Gespräche mit potenziellen Interessenten seien bereits im Gange, auch wenn es derzeit noch keine konkreten Ergebnisse gibt. Namen dürfe Pongratz aktuell aber noch nicht nennen. Er zeigt sich jedoch optimistisch, dass auf dem ehemaligen Opel-Gelände mittelfristig ein neues Projekt realisiert werden könne.

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SWR

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