Die Sonne scheint und es hat tagelang nicht geregnet. Besonders bei warmen Temperaturen brauchen Blumen und Pflanzen dringend Wasser - auch auf dem Friedhof in Obermoschel. Doch das war rund eine Woche nicht möglich, denn der Stadtbürgermeister Ralf Beisiegel (parteilos) stellte das Wasser dort ab: "Ich war gezwungen das zu tun. Wir haben nicht einmal einen Euro für eine Briefmarke."
Obermoschel im Donnersbergkreis hat kein Geld mehr
Der Haushalt von Obermoschel wurde nicht genehmigt. Das bedeutet, es darf kein Geld mehr für freiwillige Leistungen ausgegeben werden. Das gilt nicht nur für das Abstellen des Wassers auf dem Friedhof, sondern zum Beispiel auch, dass keine Hundekotbeutel mehr aufgefüllt werden oder beschädigte Spielgeräte auf Spielplätzen ersetzt werden können.
"Wir haben nicht einmal einen Euro für eine Briefmarke."
Bürger bringen eigenes Wasser auf den Friedhof im Donnersbergkreis mit
Rund eine Woche mussten Bürgerinnen und Bürger in Gießkannen oder Flaschen ihr eigenes Wasser mitbringen. "300.000 bis 350.000 Liter Wasser. So viel wird pro Jahr auf dem Friedhof benötigt", erklärte Beisiegel.
Seit gestern Mittag läuft das Wasser aber wieder auf dem Friedhof. Dafür gab es laut dem Stadtbürgermeister eine Vorabgenehmigung von der zuständigen Behörde. "Wir haben grünes Licht, was das Wasser auf dem Friedhof angeht. Auch, weil die Trockenheit den Pflanzen zu schaffen macht", erklärte er.
Stadtrat kritisiert Bürgermeister von Obermoschel
Stadtratsmitglied Winfried Hammerle ärgert sich darüber, dass der Stadtbürgermeister den Rat nicht informiert hat. "Das ist eine reine Verwaltungsarbeit", sagte er. "Ich bin verantwortlich dafür und muss dafür auch nicht den Stadtrat informieren. Das ist eine Vorgabe der Behörde."
"Die Menschen hier waren sehr überrascht darüber."
Laut Hammerle würde es sich um rund 1.700 Euro an Wasserkosten für den Friedhof handeln. "Wir hatten sogar zwei Sponsoren aus dem Stadtrat, die das übernehmen wollten. Der Bürgermeister war damit aber nicht einverstanden", so Hammerle. Auch die Bürgerinnen und Bürger seien nicht informiert worden. "Die Menschen hier waren sehr überrascht darüber. Sowas gab es noch nie", sagte Hammerle.
Wie geht es weiter in Obermoschel im Donnersbergkreis?
Weitere Gespräche zum Haushalt in Obermoschel laufen mit der zuständigen Behörde. "Das Ziel ist klar. Wir wollen und brauchen einen genehmigten Haushalt", erklärte der Stadtbürgermeister. Doch jetzt können die Bürgerinnen und Bürger zumindest ohne Umstände ihre Blumen und Pflanzen auf dem Friedhof gießen.