Foto in den sozialen Medien

Keine Tierquälerei: Toter Waschbär im Wald bei Kaiserslautern aufgehängt

Ein Foto, das einen toten, aufgehängten Waschbären im Wald bei Kaiserslautern zeigt, kursiert bei Facebook. Die Geschichte hinter dem Bild ist anders als man erwarten würde.

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Von Autor/in Nadine Lindacher

Ein Foto von einem toten Waschbären, der in einer Schlinge an einem Gerüst hängt. Dieses Bild sorgt für Aufregung in den sozialen Medien. Der erste Gedanke: Tierquälerei. Damit hat es aber nichts zu tun.

Toter Waschbär war ein Wildunfall

Der Waschbär ist bei einem Wildunfall gestorben, als er von einem Auto auf der B48, nahe der Eisenbahnbrücke am Ortsausgang Fischbach, erfasst worden ist. Der zuständige Jagdpächter in diesem Bereich hat ihn aufgehoben und ihn in den Wald gebracht und dort aufgehängt. Das zuständige Forstamt erklärt, dass viele Wildtiere, die bei Autounfällen ums Leben gekommen sind, noch weiterverwertet werden.

Waschbär bei Kaiserslautern wird zum Tierpräparat

Der Waschbär war also schon tot, bevor er aufgehängt worden ist. Warum wird das gemacht? Der Jagdpächter Olaf Klein-Chazkelewitz erzählt, dass der Waschbär zu einem Tierpräparat werden soll. Genauer: Das Skelett soll präpariert werden. Klein-Chazkelewitz, der den Waschbären selbst aufgehängt hat, erklärt, dass es sehr naturschonend sei, den Körper in der Natur verrotten zu lassen, bis nur noch die Knochen übrig sind. Das dauere in der Regel sechs bis neun Monate. Danach werden die Knochen gebleicht und das Skelett wieder zusammengesetzt.

Ein toter Waschbär liegt auf dem Seitenstreifen, nachdem er von einem Auto erfasst und getötet worden ist.
Kein schöner Anblick. Der Waschbär ist bei einem Zusammenstoß mit einem Auto ums Leben gekommen. Der zuständige Jagdpächter hat ihn in den Wald gehängt, um das Tier später zu präparieren.

Waschbärskelett soll zum Lehrstück werden

Da der Waschbär in Deutschland nicht heimisch ist, gibt es wenige Modelle von den Tieren. Der Waschbär ist vor Jahren aus Nordamerika in Deutschland eingeschleppt worden und ist seitdem hier als invasive Tierart unterwegs. Es sei nicht so leicht, an Knochen der kleinen Tiere zu kommen. Deshalb soll das fertig präparierte Skelett später bei einem ortsansässigen Tierarzt zu finden sein - als Ausstellungs- und Lehrstück.

Toter Kleinbär inzwischen woanders untergebracht

Weil das Tier im Wald gut sichtbar aufgehängt war, hat sich der Jagdpächter entschieden, den Kleinbären an einer anderen, unauffälligeren Stelle verwesen zu lassen. Generell sei es aber gar nicht so unüblich, dass Tiere zur Verwesung im Wald aufgehängt werden, so Olaf Klein-Chazkelewitz weiter.

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Nadine Lindacher
Bild von Nadine Lindacher, Redakteurin im SWR Studio Kaiserslautern

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