"Museen müssen sich immer wieder neu erfinden", sagt Steffen Egle. Der Direktor der Pfalzgalerie hat gemeinsam mit seinem Team in Kaiserslautern intensive Wochen und Tage hinter sich. Denn zum runden Geburtstag hat man sich einiges einfallen lassen. Und zwar wird die umfangreiche Kunstsammlung der Pfalzgalerie anlässlich des 150. Geburtstages völlig neu präsentiert. Das Ziel: Menschen für Kunst zu begeistern. Das sei in der heutigen Zeit mit all der Bilderflut nicht einfach, meint Steffen Egle.
Was ist eigentlich Kunst und was hat sie mit unserem Alltag zu tun?
Diese Fragen stellt das Museum in seinen neuen Ausstellungen. Und hat sich dafür auch von der Präsentation der Bilder und Skulpturen nach Kunstepochen verabschiedet. Die Ausstellungsräume und die Kunstwerke sind nun einem bestimmten Thema gewidmet. So können Besucherinnen und Besucher beispielsweise Landschaftsmalerei aus unterschiedlichen Jahrhunderten in einem Raum miteinander vergleichen.
Interaktive Ausstellung in Kaiserslautern: In das Gemälde eintauchen
Ein weiteres Highlight: Das Museum hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man Kunst für alle zugänglich machen kann. In einem Raum können Besucher sprichwörtlich "in ein Bild hineintreten". Die Kunstinstallation dafür haben Studenten der Hochschule Kaiserslautern konzipiert. Lichteffekte simulieren dabei Farben und Formen eines bestimmten Kunstwerks. Das Original-Bild hängt im Nebenraum an der Wand.
Die Idee dahinter: Kunst nicht nur passiv betrachten, sondern das Bild interaktiv erleben. Steffen Egle wünscht sich, "dass zum Beispiel auch die schwierig zu vermittelnde, zeitgenössische Kunst ganz sinnlich erlebbar gemacht wird."
Sonderausstellung zum Jubiläum: Die Pfalzgalerie in der NS-Zeit
Aber nicht nur die zeitgenössische Kunst wird in der Pfalzgalerie zum Geburtstag gefeiert – auch ein Blick in die Vergangenheit wird geworfen. In einer Sonderausstellung beleuchtet das Museum seine eigene Rolle während der NS-Zeit. Provenienzforscherin Laura Vollmers hat dazu die Geschichten hinter verschiedenen Werken der Museumssammlung recherchiert.
Was Laura Vollmers herausgefunden hat? Manche Kunstwerke in der Pfalzgalerie gehörten unter anderem jüdischen Familien, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten fliehen mussten. Ihre Kunst blieb aber in Deutschland und wurde beschlagnahmt. Vollmers meint: "Man kann daraus lernen und ich finde Transparenz ist eine der wichtigsten Wege, um auch Lehren für die Gegenwart daraus zu ziehen."
Alle Infos zu den Feierlichkeiten rund um das 150. Jubiläum der Pfalzgalerie Kaiserslautern gibt`s hier: