Vergangene Woche mussten Feuerwehr und Tierrettung im Kreis Kaiserslautern zu einem ungewöhnlichen Einsatz ausrücken. In Trippstadt war ein ausgebrochenes Pferd am Freitagabend in einen privaten Pool gefallen und hatte schon längere Zeit im Wasser verbracht. Das Tier war zu diesem Zeitpunkt erschöpft, aber noch bei Kräften.
Pool: Wasser zur Rettung abgepumpt
Um das Pferd zu befreien, pumpte die Feuerwehr zuerst das Wasser aus dem Pool. Gemeinsam mit der Tierrettung Kindsbach bauten die Einsatzkräfte aus Paletten eine provisorische Treppe. Schritt für Schritt konnte das Tier so aus dem Pool geführt werden – ein Einsatz, der Feingefühl und Teamarbeit verlangte.
Glück im Unglück für das Pferd
Nach der Rettung untersuchte ein Tierarzt den tierischen Ausreißer. Das Ergebnis: Bis auf ein paar Kratzer war das Pferd unverletzt. Wie genau es in den Pool geraten konnte, ist noch ungeklärt. Fest steht aber, dass sein Stall in der Nähe liegt und es auf seiner Flucht ins Schwimmbecken gelangte.
Kai Zöller von der Tierrettung Kindsbach hat den ungwöhnlichen Einsatz geleitet. Wir haben mit ihm über die spektakuläre Rettungsaktion gespochen.
SWR-Aktuell: Herr Zöller, ein Pferd im Pool - hatten sie so was überhaupt schon mal?
Kai Zöller: Nein, das noch nie. Aber mehrere Einsätze, wo Pferde beispielsweise in einer Brücke eingebrochen waren oder im Sumpf festgesteckt sind.
SWR-Aktuell: In welchem Zustand war das Pferd denn, als sie es zum ersten Mal im Pool gesehen haben? Es musste ja immerhin ein paar Minuten lang schwimmen.
Zöller: Ein paar Minuten ist untertrieben, also circa 30 bis 45 Minuten, denk ich schon. Es musste ja erstmal entdeckt werden und bis die Feuerwehr angerückt ist, hat es auch noch etwas gedauert. Die haben dann aber sehr schnell reagiert und das Wasser abgepumpt.
SWR-Aktuell: Können sie den Einsatz kurz beschreiben?
Zöller: Also wir wurden um 20:12 Uhr von der Leitstelle alarmiert. Da hieß es: Pferd droht zu ertrinken. Wir sind dann hingefahren. Dort angekommen, konnten wir das Pferd beruhigen. Wir haben auch einen Tierarzt für Großvieh dazugeholt. Es sind dann zwei Tierretter und der Tierarzt in der Pool gestiegen. Sie haben das Tier beruhigt, während die Feuerwehrleute angefangen haben, den Notausstieg für das Tier zu bauen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr hat jede Menge Paletten auf dem Gelände gesehen und die sind alle an den Pool getragen worden. Damit wurde eine Treppe gebaut, sodass das Pferd später auf dieser Treppe nach oben begleitet werden konnte.
SWR-Aktuell: Wie ging es dem Pferd danach - war es erschöpft?
Zöller: Es war erschöpft. Es ist ja auch fast zwei Stunden lang geschwommen. Natürlich hat es während der Rettungsaktion immer mal einen Apfel bekommen, dass es auch abgelenkt ist. Wie es dann aus dem Pool raus war und in den Stall geführt wurde, war es schon, bilde ich mir zumindest ein, erleichtert.
SWR-Aktuell: Kann man sagen, sie und das Pferd sind gute Freunde durch diese Aktion geworden?
Zöller: Also die Tierretter, die das Pferd im Pool beruhigt hatten und es dann auch in die Freiheit geführt haben. Nun ja - die sind Freunde in der kurzen Zeit geworden.
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