Auch in der Westpfalz werden viele Menschen die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina am Fernsehen verfolgen. Dass TV-Kameras mit den schnellen Athleten überhaupt mithalten können, hat auch mit der Firma Rail & Tracking Systems (RTS) aus Winnweiler zu tun. Sie stellt spezielle Schienensysteme her, die nun bei den Olympischen Winterspielen zum Einsatz kommen.
Olympische Spiele: Kameraschienen aus Winnweiler beim Biathlon
So zum Beispiel beim Biathlon. Die Wettbewerbe finden in Antholz statt - und zwar mit den Systemen von RTS. "Wir haben zwei Schienenkameras. Eine ist auf der Huberalm, bergauf und um die Kurve. Und dann ist eine Schienenkamera an der Ziellinie im Stadion", sagt der stellvertretende Geschäftsführer von RTS, Kai Gundacker.
Bei dem System handelt es sich um Aluminium-Schienen, die wie eine Rodelbahn aussehen. Auf diesen Schienen fährt der Kamerawagen hin und her. "Der Kamerawagen kann bis zu 12 Meter pro Sekunde beschleunigen und quasi die Athleten über die Ziellinie begleiten", erklärt Gundacker. Die Schienen sind mehr als 100 Meter lang und werden neben der Strecke aufgebaut. RTS stellt die Kameraschienen selbst her.
Spezialschienen aus dem Donnersbergkreis auf der Buckelpiste
Im Livigno Aerials & Moguls Park, wo die Medaillen-Entscheidungen im Freestyle Skiing fallen, kommen die Kameraschienen aus Winnweiler ebenfalls zum Einsatz. "Dort haben wir 138 Meter Schiene und es geht bergab an einem Hang mit 30 Prozent Steigung", sagt Kai Gundacker.
Der Co-Geschäftsführer sagt aber auch, dass der Aufbau der Schienen anspruchsvoll ist: "Das ganze System muss erst einmal ins Warenhaus nach Mailand geliefert werden. Von da aus wird es dann aufgeteilt. Vor Ort muss dann alles unter anderem mit Pistenraupen auf die Piste gebracht werden. Und das ganze System muss mit viel Manpower aufgebaut werden."
Eine weitere Herausforderung ist laut Gundacker das winterliche Wetter: "Wir hatten schon morgens minus 11 Grad, aber Sonnenschein. Wenn es aber schneit, erschwert es alles." Trotzdem freut sich RTS, bei den Olympischen Winterspielen mitwirken zu können. "Der ganze Teamspirit ist schön. Jeder weiß, dass die Umweltbedingungen schwer sind. Deshalb ist jeder bestrebt, immer zu helfen", sagt Kai Gundacker.