Auf dem Weihnachtsmarkt in Zweibrücken hatten der Förderverein der Evangelischen Jugend Zweibrücken und die Initiative "Omas gegen Rechts" erneut einen gemeinsamen Stand. Dort wurden unter anderem Glühwein und selbst gebackene Plätzchen angeboten. Wie ein Mitarbeiter des Dekanats Zweibrücken berichtet, der anonym bleiben möchte, kam es am 13. Dezember zu einem Zwischenfall. Zuerst hatte die Tageszeitung "Die Rheinpfalz" darüber berichtet. Eine Gruppe von Menschen habe für Ärger gesorgt.
"Es wurden AfD-Merchandise-Artikel in unseren Stand geworfen. Kekse oder Schokolade. Ich vermute, dass dann unser Stand zwischenzeitlich mit AfD-Stickern beklebt wurde", so der Mitarbeiter. Zudem sei ihnen ein Handsymbol gezeigt worden, das stark an die sogenannte White-Power-Symbolik erinnere. Dabei handelt es sich um ein Handzeichen, das der rechtsextremen Szene zugeordnet wird. Anschließend seien die Beteiligten in der Menschenmenge verschwunden. Der Mitarbeiter der Kirche vermute, dass es sich dabei um AfD-Sympathisanten handele. Sie seien in zivil gekleidet gewesen.
Mehrere Vorfälle auf dem Weihnachtsmarkt Zweibrücken
Doch dies sei nicht der einzige Vorfall gewesen. Laut dem Mitarbeiter des evangelischen Dekanats kam es an mindestens zwei Wochenenden zu weiteren Beschädigungen. "Unsere Regenbogenflagge wurde abgerissen. Außerdem wurden Plakate der "Omas gegen Rechts" heruntergerissen oder deren Weihnachtsbaum beschädigt", erinnert sich der Mitarbeiter. Das könne auch der Organisator des Zweibrücker Weihnachtsmarktes bestätigen.
Junge Menschen nach Vorfällen in Zweibrücken unter Schock
"Als dann immer mehr Rückfragen kamen, hat sich dann schon so ein ungutes Gefühl im Bauch ausgebreitet", erzählt der Dekanatsmitarbeiter. Am Stand seien viele junge Menschen im Alter zwischen 18 und 22 Jahren anwesend gewesen. "Danach hatte ich kein gutes Gefühl dabei, diese jungen Menschen alleine nach Hause gehen zu lassen", so der Mitarbeiter weiter. Als Reaktion darauf habe die Evangelische Jugend ein kleines Schutzkonzept erarbeitet. Dieses sieht vor, dass niemand nach den Schichten auf dem Weihnachtsmarkt alleine nach Hause geht, insbesondere am Abend.
Unterstützung für Evangelische Jugend und "Omas gegen Rechts" in Zweibrücken
Andere Standbetreiber, der Bürgermeister, die Polizei sowie der Organisator des Zweibrücker Weihnachtsmarktes boten ihre Unterstützung an. "Wir fahren jeden Einzelnen von euch nach Hause, haben sie gesagt. Wir hatten sofort das Gefühl, dass wir aufeinander aufpassen", berichtet der Mitarbeiter des Dekanats.
Das hat auf dem Weihnachtsmarkt nichts zu suchen."
Auch Heiko Saberatzky, der Organisator des Zweibrücker Weihnachtsmarktes, äußert sich zu den Vorfällen: "Wir sind doch alle Menschen. Eigentlich sollten wir gut miteinander umgehen – ohne rechtsextreme oder linksextreme Parolen oder Ausbrüche. Das hat auf dem Weihnachtsmarkt nichts zu suchen."
So geht es jetzt nach den Vorfällen auf dem Weihnachtsmarkt Zweibrücken weiter
Das Polizeipräsidium Westpfalz hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. Alle relevanten Aspekte würden derzeit geprüft, teilt die Polizei mit.
Und wie geht es im kommenden Jahr weiter? Auch dann soll es wieder einen gemeinsamen Stand geben. "Wer möchte, kann jederzeit vorbeikommen und mit uns bei einem Glühwein über alles reden, solange es friedlich bleibt", sagt der Mitarbeiter des Dekanats.