Der Hauptgrund liegt nach Angaben des Verbandes der Tagespflegeeltern im Betreuungsgesetz des Landes. Für Kinder ab zwei Jahren ist eine Betreuung in der Kita kostenlos. Der Platz bei einer Tagesmutter hingegen kostet Geld, je nach Region unterschiedlich viel. Deshalb entscheiden sich immer mehr Eltern dazu, ihre Kinder in die Kita zu bringen, anstatt auf das Betreuungsangebot einer Tagesmutter zurückzugreifen.
Tagesmütter oder -Väter sind grundsätzlich selbstständig und müssen vorab mehrere Kurse durchlaufen, um ausreichend qualifiziert zu sein, Kinder betreuen zu dürfen.
Tagesmütter in Zweibrücken können von dem Verdienst nicht leben
Je nach Region sieht es unterschiedlich aus bei den Tageseltern. In Zweibrücken zum Beispiel liegt die Auslastung laut Stadt bei gerade einmal 40 Prozent. In Pirmasens hingegen stehen aktuell sechs Tagesmütter zur Verfügung, die auch gut ausgelastet sind. Maximal fünf Kinder darf eine Tagesmutter gleichzeitig betreuen. Allerdings sagt auch die Stadt Pirmasens, dass Tagesmütter für viele Eltern inzwischen eher eine Notlösung sind. Ein Betreuungsplatz in einer Kita hätte oft Priorität.
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Anzahl der Tagesmütter in den Kreisen sehr unterschiedlich
So arbeiten im gesamten Donnersbergkreis gerade einmal drei Tagesmütter. Nach Angaben des Kreises übersteigt die Nachfrage nach Plätzen hier dauerhaft die Kapazität. Im Kreis Südwestpfalz hingegen gibt es offiziell 19 Tagespflegepersonen, von denen aktuell aber nur neun aktiv sind. Auch hier ist die Auslastung relativ hoch, 44 Kinder werden momentan betreut. Im Kreis Kaiserslautern können rund 150 Kinder insgesamt betreut werden. Im Kreis Kusel sind 15 Tagesmütter tätig, hier gibt es laut Kreis noch rund 60 freie Betreuungsplätze. Die Nachfrage sinkt den Angaben nach seit Jahren stetig.
Eltern zahlen unterschiedlich viel
Die Preise, die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder bei einer Tagespflegemutter ausgeben müssen, variieren je nach Wohnort. So bekommt eine Tagesmutter im Landkreis Südwestpfalz zum Beispiel 7,50 Euro pro Stunde pro Kind. Der Kreis Kusel hat erst vor zwei Jahren den Satz für Tagesmütter deutlich angehoben, um es für die Selbstständigen attraktiver zu machen. Der Satz ist 2024 laut Kreis von rund 4,70 Euro auf 7,50 Euro angehoben worden. Im Kreis Kaiserslautern und in Zweibrücken hingegen bekommt eine Tagesmutter maximal 6,00 Euro pro Stunde und Kind.
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Alle Städte und Kreise unterstützen die Selbstständigen finanziell
Obwohl die Tageseltern selbständig sind, werden sie landesweit von allen Jugendämtern finanziell unterstützt. So werden zum Beispiel Weiterbildungen bezahlt, wie Erste-Hilfe-Kurse, und die Tageseltern bekommen hälftig ihre Beiträge für die Kranken- und Rentenversicherung bezahlt.
Immer weniger Kinder werden geboren, die Tageseltern gehen in Rente
Nicht nur das verbesserte Angebot der Kitas stellt für die Tagesmütter eine Herausforderung dar, auch werden immer weniger Kinder geboren. Somit gibt es dann auch weniger Kinder, die betreut werden müssen, gerade im Alter von null bis drei Jahren. Auf der anderen Seite geben aber auch viele Tageseltern altersbedingt ihre Selbstständigkeit auf. Das ist in den Kreisen ein Problem, in denen die Tageseltern gut ausgelastet sind. Denn dort rücken auch kaum neue Interessenten nach. Das wiederum führt dazu, dass entsprechende Qualifizierungskurse für angehende Tageseltern nicht stattfinden können, weil die Teilnehmerzahl zu gering ist.
Tageseltern sind wichtig für Kreise und Städte
Grundsätzlich sind Tageseltern für alle Kreise ein Angebot, dass sie aufrecht erhalten möchten, als Ergänzung zu den Kitas. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass ein Kind nicht rechtzeitig einen Kitaplatz bekommt oder kurzfristige Betreuungsangebote gebraucht werden, zum Beispiel durch Umzüge in eine neue Stadt, frühere Arbeitsaufnahme oder geänderte Arbeitszeiten.
Verband wünscht sich Gesetzesänderungen vom Land
Um die Situation der Tageseltern zu verbessern, wünscht sich der Verband Gesetzesänderungen vom Land. Konkret geht es um Verbesserungen in der Zusammenarbeit zwischen Tageseltern und Kindertagesstätten. Ziel müsse es sein, besser zu kooperieren, anstatt sich gegenseitig die Kinder wegzuschnappen.
Denn gerade auch in Randzeiten sind Tageseltern eine unverzichtbare Alternative zu Kitas, so eine Verbandssprecherin. Auch haben viele Kitas Probleme mit zu wenig Personal, somit sind Ausfälle und Notbetreuungen laut Verband vorprogrammiert. Auch hier könnten Tageseltern den Betreuungsbedarf abfedern.