Streik im öffentlichen Dienst

US-Streitkräfte aus Kaiserslautern und Region bangen um Jobs

In Kaiserslautern haben am Mittwoch viele Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes an einem Warnstreik teilgenommen. Besonders die US-Streitkräfte leiden unter den Arbeitsbedingungen.

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Von Autor/in Jessica Cichy

Die politischen Entscheidungen von Donald Trump wirken sich auch auf Deutschland aus. Besonders groß ist die Angst, dass Trump die amerikanischen Truppen aus Deutschland abziehen könnte. Das sorgt bei den Mitarbeitern der US-Streitkräfte für viel Unsicherheit – auch bei Jürgen Kneip. Der 58-Jährige fürchtet, seinen Job zu verlieren. Seit 2010 arbeitet er bei der Feuerwehr der US Army. Ehrenamtlich setzt er sich bei Verdi für die Rechte vieler Beschäftigter ein. "Wir bekommen jeden Tag neue Hiobsbotschaften. Niemand weiß, wie es weitergeht", so der Feuerwehrmann.

Mit Hiobsbotschaften meint Jürgen Kneip unter anderem die Mails, die aus Amerika kommen. "Diese Mails zählen aktuell nur für die US-Beschäftigten, aber die Leute wissen gar nicht wie sie damit umgehen sollen", so Jürgen Kneip. Laut dem 58-Jährigen sollen die Beschäftigten zu einer bestimmten Frist Fragen beantworten. "Wenn sie das nicht machen, gleicht es einer Kündigung. Klar ist da die Angst groß", erzählt Kneip.

Mails aus Amerika sorgen für große Ängste

Anders sieht es bei Ilona Lauer aus - sie hat schon Mails aus Amerika erhalten. Die 60-Jährige arbeitet seit 14 Jahren als Verkäuferin im Kaiserslautern Military Community Center. Sie sagt, zuerst hätten die amerikanischen Beschäftigten solche Mails bekommen, jetzt auch die Deutschen. "Wir müssen fünf Punkte angeben, was wir in der letzten Woche gearbeitet haben. Das muss dann per Mail beantwortet werden. Absolute Kontrolle!", findet Ilona Lauer.

Mitarbeiter aus der Buchhaltung erwarten Mails

In der Buchhaltung hat das Personal noch keine Mails aus Amerika erhalten. Das bestätigt ein Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte. Das soll sich aber ändern: "Dass wir in Zukunft auch solche Mails bekommen sollen, war auch schon im Gespräch mit Amerika", so der Mitarbeiter. "Das ist natürlich beängstigend zu sehen, dass da in Washington Sachen entschieden werden und am nächsten Tag sind solche Mails im Postfach. Man weiß nicht, ob und wie man da drauf reagieren soll", wundert sich der Beschäftigte.

Jürgen Kneip setzt sich ehrenamtlich bei Verdi für die Beschäftigten ein.
Jürgen Kneip setzt sich ehrenamtlich bei Verdi für die Beschäftigten in Kaiserslauern und Region ein.

Kein Homeoffice für Personal in der Buchhaltung

Seit Ende Februar wurde das Homeoffice für Mitarbeiter in der Buchhaltung auf dem US-Gelände gestrichen. Besonders für Familien eine schwierige Situation, erzählt uns eine Frau, die anonym bleiben möchte. "Ich habe drei Kinder und diese Situation bringt mich manchmal echt an die Grenzen", sagt sie.

Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, darunter auch die US-Streitkräfte, in Kaiserslautern fordern mehr Gehalt und faire Arbeitsbedingungen.
Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Kaiserslautern, darunter die US-Streitkräfte, fordern mehr Gehalt und faire Arbeitsbedingungen.

US-Streitkräfte kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen  

Trotz des Chaos ist sich Jürgen Kneip sicher: "Es muss sich etwas ändern!" Viele seiner Kollegen arbeiten mehr als 200 Stunden im Monat. "Teilen Sie das mal durch den Lohn und rechnen Sie die Feiertagszuschläge raus. Wir arbeiten unter dem Mindestlohn", so der Feuerwehrmann. Jürgen Kneip hofft, dass der Arbeitgeber die Probleme erkennt und auf die Mitarbeiter zugeht - trotz der politischen Lage in Amerika.

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