Mit einem kleinen Traktor und einem Fasswagen im Schlepptau fährt Jochen Wick durch einen seiner Weinberge im Zellertal. Reben, die er vor wenigen Wochen frisch gepflanzt hat, brauchen dringend Wasser. Das kostet ihn und seine Familie Kraft und vor allem Zeit. "Die jungen Reben haben momentan noch kurze Wurzeln. Die kommen nicht tief genug in den Boden", sagt Jochen Wick. "Seit etwa drei Wochen ist der Boden hier trocken. Jetzt müssen wir uns kümmern und die neuen Reben gießen."
Viele Stunden verbringt Jochen Wick aktuell damit, seine jungen Pflanzen zu bewässern. "Dass es so früh im Jahr schon so trocken ist, war vor ein paar Jahren noch nicht der Fall. Dass es im Juli oder August mal so eine trockene Phase gibt, in der man auch mal gießen muss, ist normal. Aber so extrem, wie es sich jetzt entwickelt, hatten wir vorher nicht".
Winzer im Zellertal: Bewässerung der Weinberge ist teuer
Neben dem größeren Zeitaufwand entstehen den Winzern auch höhere Kosten. "Wir müssen das Wasser aus den Wasserleitungen nehmen. Wir haben hier keinen Bach oder eine Quelle in der Nähe", erklärt Jochen Wick. "Selbst wenn man nur das Gartenwasser nimmt, das keine Abwasserkosten beinhaltet, ist das schon eine teure Sache."
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Donnersbergkreis: Viele Winzer kämpfen mit der Trockenheit
So wie Jochen Wick geht es im Donnersbergkreis vielen Winzern. Auch das Weingut Bescher in Einselthum hat mit der anhaltenden Dürre zu kämpfen. "Wir fahren regelmäßig mit einem Schlepper durch die Weinberge und wässern die neuen Pflanzen. Da gehen jede Woche locker acht Stunden für drauf", sagt Winzer Olaf Bescher.
Wir hoffen, dass es bald wieder regnet.
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Alte Weinreben am Donnersberg trotzen der Trockenheit
Glücklicherweise haben die Winzer zum Großteil aber alte Reben. Deren Wurzeln reichen viele Meter tief in die Erde. "Um die alten Pflanzen müssen wir uns - was das Wasser angeht - zum Glück erstmal nicht kümmern", betont Winzer Bescher aus Einselthum. "Die haben in den vergangenen Jahren ihren Weg ins Grundwasser gefunden. Wir haben hier zum Glück Böden, die das Wasser in den unteren Schichten gut speichern. Trotzdem hoffen wir, dass es bald wieder regnet."