Interview mit Nobert Müller vom DLR Mosel

Die Auswirkungen der Trockenheit auf den Moselwein

Die Folgen des Klimawandels bekommen wir immer häufiger zu spüren. Für 2025 ist beispielsweise ein sehr trockener Sommer angekündigt. Welche Auswirkungen das auf den Weinanbau an der Mosel hat und wie die Winzer dort darauf reagieren, sagt uns Norbert Müller, Chef des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum Mosel in Bernkastel-Kues.

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Stand

Was macht die Trockenheit mit dem Anbau des Moselweins?

SWR1: Wie hat die Trockenheit der letzten Jahre den Wein von der Mosel verändert?

Norbert Müller: Die Weinanbauregion Mosel profitiert sogar ein Stück weit von den Veränderungen. Sie profitiert so lange davon, bis es nicht zu Extremen kommt, wie Dürreperioden und dergleichen. Ansonsten hilft es im Moment noch – soweit das nicht weiter überhandnimmt, – dass wir eine bessere Abreife kriegen. Die Reifephase selbst wird für die Ernte dabei optimiert und dergleichen.

SWR1: Andere Winzer sagen, eigentlich braucht der Riesling eher Feuchtigkeit, Wind und Regen und vor allem auch kühle Luft und eine lange Tragezeit. Wird er möglicherweise nicht zu wuchtig durch das trockene Wetter?

Müller: Man muss klug auf Klimaveränderung reagieren, wenn man Qualität produzieren will durch Laubwandmanagement und andere produktionstechnische Dinge. Die führen dann entsprechend dazu, dass man ein bestmögliches Produkt hat. Da spielt schon mit, dass man vielleicht von etwas mehr Sonne verwöhnt wird und dass die Trauben viel besser und harmonischer abreifen können.

Führt die Trockenheit zum Anbau anderer Rebsorten?

SWR1: Die Mosel ist ein klassisches Riesling-Anbaugebiet. Verändert die Trockenheit die Auswahl der Rebsorte, möglicherweise hin zu mehr Rotwein?

Müller: Durchaus stellen wir fest, dass mittlerweile sogar zahlreiche Spitzenburgunder von der Mosel kommen. Diesen Trend gibt es. Aber die Hauptrebsorte an der Mosel ist nach wie vor der Riesling. Wie da die weiteren Entwicklungen in der Zukunft aussehen, ist natürlich ein anderes Thema.

Persönliche Einschätzung der Auswirkungen für die Zukunft

SWR1: Macht Ihnen das eher Sorge oder gehen Sie optimistisch in die nächsten Jahre und Jahrzehnte?

Müller: Wir haben so viele Herausforderungen. Da jetzt nur pessimistische Dinge vor sich herzutragen, wäre genau der falsche Weg. Man muss klug auf Veränderungen mit dem Wetter reagieren. Wir zum Beispiel machen Pilotprojekte zur Bewässerung, wo wir über moderne KI-Technologien vollautomatische Bewässerungssysteme einsetzen. Die sind ressourcenschonend und reagieren gleichzeitig auch auf Trockenextreme und Dürrephasen.

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