Das markante Turner- und Jugendheim auf dem Loreleyplateau ist schon von weitem ein Hingucker: Das Gebäude aus dem Jahr 1928 wurde damals im Landhausstil gebaut, mit einer villenartigen Architektur, markanten Sprossenfenstern, Schieferschindeln und auffallend roten Fensterläden. Es wurde in den vergangenen Jahren kernsaniert und komplett erneuert. Die Fundamente sind ertüchtigt worden, das Haus bekam neue Fenster und ein neues Dach. Die Gästezimmer verschwanden. Doch der Charme des Gebäudes ist erhalten geblieben.
Doch statt nur für Turner, Gäste von Rockfestivals oder auch Musiker, hat es jetzt für alle geöffnet. Das Restaurant "Am Gläsernen Fels" wurde allerdings sechs Jahre später eröffnet als ursprünglich geplant. Denn eigentlich wollte der Pächter, der Gastronom Muzaffer Oguz, das Restaurant schon 2018 aufmachen. Aber die Sanierung des Gebäudes, das nicht unter Denkmalschutz steht, dauerte deutlich länger - unter anderem wegen fehlender Baugenehmigungen.
Eröffnung wurde gebührend gefeiert
Am Eröffnungstag hatten die Verbandsgemeinde Loreley und der Pächter des Restaurants zu einem Tag der offenen Tür geladen. Alle, die kommen wollten - ob aus St. Goarshausen oder aus der Region - waren willkommen. Bei freien Getränken, Gegrilltem und Livemusik.
Unter den Gästen war auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Mike Weiland (SPD). Er bezeichnete die Eröffnung als wichtigen Meilenstein für die Entwicklung der Loreley. Es werde ein neues Kapitel in der Geschichte des Hauses aufgeschlagen, nach vielen Herausforderungen, Verzögerungen und einer langen Bauzeit. Die Kosten in Höhe von sieben Millionen Euro übernahm die Verbandsgemeinde.
Es gibt viel Platz auf zwei Etagen und zwei Terrassen
Der neue Pächter ist stolz auf das, was er und sein Team erreicht haben. Nicht nur ein Restaurant im Erdgeschoss mit Terrasse gibt es jetzt. In einem Saal im Obergeschoss können größere Feste wie Hochzeiten oder Jubiläen gefeiert werden.
In beiden Räumen ist jeweils Platz für 120 Gäste, auf die Terrasse passen weitere 140 Menschen. Regionale gut bürgerliche Küche mit internationalen Einflüssen - so liest sich die Speisekarte des Hotelfachmanns.
Die Inneneinrichtung hat der neue Pächter selbst gestaltet: Tische und Stühle in Naturtönen, mit vielen Spiegeln an Wänden und Säulen. Den ersten Besuchern gefällt es. Sie gehen stauend durch die beiden Stockwerke und tauschen sich dann auf der Terrasse aus.
Es sind Menschen, die das Turner- und Jugendheim noch kannten. Wie Friedrike Bonn aus Bornich im Rhein-Lahn-Kreis. Die 63-Jährige ist in den 70-er Jahren oft mit ihren beiden Schwestern her gekommen, zu Fuß über die Weinberge, erzählt sie.
Ich war als Kind früher oft im Turner- und Jugendheim, weil meine Mutter hier gekocht hat.
Denn ihre Mutter war damals in der Küche beschäftigt und hat jahrelang für Gäste gekocht. "Ganz typisch Nudeln mit Gulasch, mit ein bisschen Glück mal einen Salat oder auch mal bisschen Gemüse. Hin und wieder auch am Wochenende mal Brötchen. Ansonsten Brot mit Aufschnitt und Käse. Und Tee, ganz wichtig, von morgens bis abends, Tee", lacht die Bornicherin.
2028 wird das historische Gebäude auf der Loreley 100 Jahre alt
Auch an die Einrichtung von damals kann sich Friederike Bonn noch gut erinnern: "Das war ein großer Speisesaal mit langen Tischen, die Zimmer mit ihren Stockbetten. Heute würde man wahrscheinlich sagen, so wie im Kloster."
Den Umbau findet sie toll, sie ist begeistert. Ihr gefällt das Haus von Außen und auch von Innen. "Ich hoffe, der neue Pächter hier auf der Loreley hat mit seinem neuen Restaurant ganz viel Glück und Erfolg", wünscht sich Friedrike Bonn. Auch Verbandsbürgermeister Weiland drückt dem neuen Gastronomen auf dem Loreleyfelsen die Daumen. Schließlich feiert das traditionsreiche Haus im Jahr 2028 seinen 100. Geburtstag.