Aktion mit Plakaten und Wunderkerzen

Insolventes DRK-Krankenhaus Neuwied - Protest aus Sorge um Arbeitsplätze

Beschäftigte der DRK-Klinik in Neuwied haben am Dienstagvormittag auf ihre Situation aufmerksam machen. Hintergrund ist die Insolvenz der DRK Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz.

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Mit der Aktion wollte die Belegschaft ein leises Zeichen setzen, weil uns die Worte fehlen, sagt die Mit-Organisatorin, Anke Ritz, dem SWR. Man habe bewusst keine Demo organisiert, mit Trillerpfeifen und Schuldzuweisungen.

Stattdessen hatten die etwa 170 Mitarbeitenden bei der Versammlung vor dem Haupteingang eine Wunderkerze in der Hand. "Wir haben in der Vergangenheit alles gegeben, wir wollen uns Mitarbeiter in dem Licht zeigen, das wir verdienen", so Ritz.

Ungewisse Zukunft im Krankenhaus in Neuwied

Die Stimmung unter den Mitarbeitenden sei gedrückt, sie hätten große Angst um ihre Arbeitsplätze. Manche von ihnen würden hier seit dreißig oder vierzig Jahren arbeiten, die Kollegen und das Krankenhaus seien wie eine Familie für sie, erklärte Ritz.

Sollte das DRK-Krankenhaus schließen, verschlechtere sich auch die Situation für die Patienten, vor allem die Notfallversorgung vor Ort sei in Gefahr. Im Januar soll es laut Ritz weitere Gespräche geben. Dann werde voraussichtlich auch die Belegschaft darüber informiert, wie es weitergeht.

Grund für die erneute Insolvenz ist eine rückwirkende millionenschwere Geldforderung an die Krankenhäuser. Auch die DRK-Krankenhäuser in Altenkirchen, Hachenburg und Kirchen sind betroffen.

Kreistag Altenkirchen hat über Insolvenz beraten

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) hatte am Montagabend erneut an einer Sitzung des Kreistages in Altenkirchen teilgenommen. Hoch sagte dort, er sei offen dafür, wenn der Kreis wieder Träger des Krankenhauses in Kirchen und der Jugendpsychiatrie in Altenkirchen werde. Beide Standorte werden momentan vom DRK betrieben und sind ebenfalls wieder von der Insolvenz der Trägergesellschaft Rheinland-Pfalz betroffen.

Gesundheitsminister Hoch: Kein Geld vom Land

Hoch sagte im Kreistag Altenkirchen aber auch, dass es vom Land kein Geld für die Betriebskosten der Häuser geben werde. Das sei eine gesetzlich festgelegte Aufgabe des Landkreises. Falls das DRK die Standorte insolvenzbedingt nicht weiterführen könne und sich auch kein anderer Träger finde, müsse der Kreis Altenkirchen einspringen.

Ob es überhaupt so weit kommen wird, müsse man aber erstmal abwarten, so Hoch weiter. Derzeit lägen alle Entscheidungen beim Insolvenzverwalter.

Altenkirchen

Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) im Kreistag Übernimmt der Kreis Altenkirchen das DRK-Krankenhaus in Kirchen?

Das Deutsche Rote Kreuz musste erneut für fünf Standorte in Rheinland-Pfalz einen Insolvenzantrag stellen - wie wird es da jetzt weitergehen?

SWR4 am Montag SWR4