Das fiktive Szenario: Terroristen dringen bewaffnet in eine Kaserne der Bundeswehr ein, es fallen Schüsse. Die Polizei wird gerufen, um die Situation zunächst mit Streifenbeamten, dann mit Spezialeinheiten unter Kontrolle zu bekommen. Rund 300 Einsatzkräfte von Polizei, Spezialeinheiten und Feldjäger der Bundeswehr waren an der Übung beteiligt.
Gemeinsame Abläufe von Polizei und Bundeswehr geprobt
Den Verantwortlichen ging es bei der Anti-Terror-Übung besonders darum, zu testen, wie die Einsatzkräfte der verschiedenen Institutionen im Ernstfall gut zusammenzuarbeiten können, sagte Polizeisprecher Jürgen Fachinger: "Das Abseilen und das Bekämpfen von Angreifern in lebensbedrohlichen Lagen trainieren die Spezialkräfte sehr häufig. Aber das Zusammenwirken und die Kommunikationswege, das ist halt nicht so alltäglich. Man kann so Übungen mit 300 Einsatzkräften ja nicht alle zwei, drei Wochen machen. Dazu ist der Planungsaufwand einfach zu groß."
Schwerpunkt Drohnenabwehr bei der Übung in Lahnstein
Zu den verschiedenen Szenarien während des fiktiven Anschlags gehörten auch Maßnahmen zur Drohnenabwehr. Die Spezialisten von Polizei und Bundeswehr trainierten dabei, wie Drohnen schon im Anflug möglichst früh gestoppt werden können. Drei Methoden wurden dabei geprobt: die Drohne durch ein elektronisches Störsignal aufzuhalten, mit einer Art Fangnetz abzuschießen oder mit einer anderen Drohne zu rammen.
Das Thema Drohenabwehr sei in Zeiten hybrider Bedrohungslagen besonders präsent, heißt es von den Verantwortlichen. Der Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, Oberst Michael Trautermann, sagte im Interview mit dem SWR, dass Drohnen relativ häufig gesichtet würden, nicht nur über Kasernen oder Flugplätzen, sondern auch über Industrieanlagen: "Wir wissen, es sind häufig Familienväter, die mal eben ihre Baumarktdrohne ausprobieren wollen. Wir wissen aber auch, dass es hinreichend oft Situationen gibt, in denen wir nicht wirklich genau wissen, woher diese Drohne kommt, was dahinter steckt. Und insoweit sagen wir gerne, better safe than sorry. Wir müssen also hier schon Vorhalt üben, um solchen Bedrohungen zu begegnen."
Lahnsteiner Szenario ist Teil einer bundesweiten Übung
Das Szenario in der Rittersturz-Kaserne in Lahnstein fand im Rahmen der bundesweiten Großübung GETEX 2026 statt. GETEX steht für "Gemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise", die die ganze Woche über in mehreren Bundesländern stattfindet. Lahnstein war dabei in diesem Jahr der einzige Übungsort in Rheinland-Pfalz.