Damit die Bauarbeiten am 10. Juli starten können und pünktlich zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember beendet werden können, setzt die DB InfraGO bei der Planung auf moderne Vermessungstechnologien.
Bahnstrecke ab 10. Juli gesperrt Einschränkungen erwartet: Das bedeutet die Sanierung der Bahnstrecke rechter Rhein für Pendler
Ab dem 10. Juli 2026 soll die rechte Rheinstrecke zwischen Troisdorf, Neuwied, Lahnstein und Wiesbaden für fünf Monate gesperrt werden. Die Bahn will die Strecke komplett erneuern.
Unter anderem mit Drohnen mit Laser-Scanner, Geo-Radar und sogenannte Rucksack-Scanner erfassen die Fachleute alle für die Sanierung relevanten Daten der 160 Kilometer langen Strecke und sämtlicher Bahnhöfe.
Schnellere Datenerfassung für die Baustelle
Dieses Vorgehen hat die Bahn am Bahnhof in Koblenz-Ehrenbreitstein vorgestellt. Durch den Einsatz der Technik sei der laufende Bahnbetrieb deutlich weniger beeinträchtigt gewesen, erklärte der Regionalleiter DB Engineering & Consulting André Winkler. Er ist zuständig für die Bau-Überwachung. Es seien auch weniger Sperrungen im Vorfeld der großen Bahnsanierung nötig gewesen. Ohne die innovative Geräte hätten weite Teile der Trasse Schritt für Schritt zu Fuß erfasst werden müssen.
Entdeckungen dank digitaler Technik
Zum Einsatz kam zum Beispiel auch ein Geo-Radar, das bis zu vier Meter tief in den Boden "blicken" kann. Es war auch schon nach der Katastrophe im Ahrtal im Einsatz, um im Untergrund von Bahndämmen etwa Hohlräume zu erkennen. Manchmal gebe es auch Überraschungen, die detektiert würden, so eine Bahnmitarbeiterin, die das Gerät bedient.
Die Technik erkennt exakt Kabel, Leitungen, Hohlräume oder Fundamente. So hätten sie schon Leitungen entdeckt, die in Plänen nicht eingezeichnet waren oder auch mal ein altes Gleis unter einem Bahnsteig, von dem niemand wusste. Bestandsunterlagen seien oft mangelhaft, so Winkler.
Aufnahmen in 3D-Qualität für die Bahnsanierung
Vor etwa einem Jahr hatte die Bahn mit der Erfassung der 160 Kilometer langen Bahnstrecke begonnen. Mittlerweile liegen die Daten vom Ist-Zustand vor, sodass sie genau wissen, wo zum Beispiel zu viel oder zu wenig Schotter im Gleisbett liegt, wie Signalkabel in der Erde verlaufen oder ob es bei den Gleisen Abweichungen im Millimeterbereich gibt.
Sanierung der rechtsrheinischen Bahntrasse - ein ehrgeiziges Projekt
Frank Schmidt, der Gesamtprojektleiter für die Korridorsanierung auf der rechten Rheinseite, spricht mit Blick auf den Start der Sanierung von einer ehrgeizigen Bauzeit. So werden innerhalb von fünf Monaten Bahnbrücken erneuert, Bahngleise verlängert, Stützwände gebaut, Gleise, Schienen und Schotter erneuert, Weichen und Oberleitungen ausgetauscht und Stellwerke elektrifiziert.
Ohne die Totalsperrung der Strecke würden all diese Arbeiten ansonsten auf die nächsten zehn Jahre verteilt werden. Ziel sei im Übrigen nicht, nach der Sanierung die Taktung der Züge zu erhöhen. Es gehe um mehr Pünktlichkeit und Verlässlichkeit bei der Bahn.