Rund 300 Menschen sind am Donnerstagabend zur Wiedereröffnung gekommen, damit war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Dass das Interesse so groß war, verwundert nicht, denn die Kirche liegt vielen Menschen aus Wissen und der Region am Herzen.
Christoph Schmidt aus Wissen etwa erzählt: "Für mich ist das ein Festtag. Ich wurde hier getauft, gefirmt und habe hier geheiratet.“ Deshalb habe er eine persönliche Verbindung zu dieser Kirche. "Wir freuen und sehr, dass wir nach all den Jahren wieder in unsere Kirche dürfen“, sagt Helga Hoffmann. Und Marion Schwan ergänzt: "Die Kirche ist ein Wahrzeichen von Wissen, wir sind froh, dass sie wiederbelebt wird.“
Auch Pfarrer ist glücklich über die Wiedereröffnung
Pfarrer Martin Kürten musste sich in den vergangenen drei Jahren intensiv um die Sanierung der Kreuzerhöhungskirche in Wissen kümmern. Dinge, die normalerweise nicht zu seinem Arbeitsalltag gehören. Um so glücklicher ist er, dass die Sanierung fast abgeschlossen ist und er die katholische Kirche am Donnerstagabend mit einem Gottesdienst feierlich wiedereröffnen konnte.
"Für einen Pfarrer ist die Kirche ein Stück Lebensmitte, deswegen berührt es mich auch persönlich, hier wieder Gottesdienste feiern zu können", so Kürten. Die Eindrücke der zerstörten Kirche hat er bis heute noch in Erinnerung. "So etwas vergisst man nicht."
Termin für die Wiedereröffnung bewusst gewählt
Pfarrer Kürten wollte mit dem Eröffnungsgottesdienst am Donnerstag vor allem den Einsatzkräften und den Handwerkern für ihre Arbeit danken. Der 19. März ist in der katholischen Kirche das Hochfest des Heiligen Josef, des Patrons der ganzen Kirche und der Arbeiter. Mehrere Vereine aus der Region sind zu Beginn des Gottesdienstes mit ihren Fahnen in die Kirche mit eingezogen. Und ein Projektchor und mehrere Bläser haben die Messe musikalisch begleitet.
Brandstifter wieder auf freiem Fuß
Mitte Februar 2023 war ein betrunkener und psychisch kranker Mann in die Kirche eingedrungen. Er hatte unter anderem Kirchenbänke im Altarraum zusammengeschoben und angezündet. Weil alle Fenster geschlossen waren, entwickelte sich über mehrere Stunden ein Schwelbrand, der Vieles im Inneren der Kirche zerstörte. Der Mann wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, ist laut Kürten aber wegen guter Führung wieder frei.
Nicht alles in der Kirche konnte gerettet werden
Durch das Feuer wurde der barocke Hochalter völlig zerstört. Auch das Wandfresko hinter dem Altar konnte nicht gerettet werden. Immerhin, die wertvollen Deckenfresken konnten Restauratoren mit spezieller Lasertechnik Zentimeter für Zentimeter aufwändig vom Ruß befreien. Die Farben strahlen laut Kürten zwar nicht mehr so wie früher, aber die Malereien konnten zumindest erhalten bleiben.
Die große Orgel wurde durch den Brand ebenfalls schwer beschädigt, die Orgelpfeifen haben sich durch die Hitze verzogen. Ein Teil der Orgel muss deshalb neu gebaut werden, das dauert noch einige Monate. Bis dahin werden die Gottesdienste mit der kleineren Chororgel begleitet. "Insgesamt hat die Sanierung und Restauration rund fünf Millionen Euro gekostet", sagt Kürten. Den Großteil hat die Versicherung bezahlt.