Kandidaten-Vorstellung

Oberbürgermeisterwahl in Neuwied: Jan Einig (CDU)

In Neuwied ist am 23. Februar nicht nur Bundestags- sondern auch Oberbürgermeisterwahl. Drei Kandidaten gibt es, darunter ist auch der amtierende Oberbürgermeister Jan Einig von der CDU.

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Stand

Jan Einig wurde 1976 in Mendig geboren und ist dort aufgewachsen. Er wohnt mit seiner Ehefrau seit vielen Jahren in Heimbach-Weis und hat drei Söhne (neun, elf und 14 Jahre alt). Nach dem Abitur wurde er zum Energieelektroniker ausgebildet und studierte anschließend Bauingenieurwesen. 2008 wechselte er in die Verwaltung. 2015 wurde er Bürgermeister in Neuwied, seit 2017 ist er Oberbürgermeister.

Alter: 48
Wohnort: Heimbach-Weis
Beruf: seit 2017 Oberbürgermeister von Neuwied

SWR Aktuell: Warum wollen Sie Oberbürgermeister in Neuwied bleiben, Herr Einig?

Jan Einig: Ich arbeite gern für und mit den Menschen in unserer Stadt. Neuwied ist für meine Familie und mich Heimat geworden. Wir haben in der Verwaltung tolle Mitarbeiter und im Stadtvorstand ein harmonisches, konstruktives Miteinander. Wir ziehen an einem Strang! In den vergangenen acht Jahren habe ich viele Projekte angestoßen. Die Erweiterung der Gewerbegebiete, die Umgestaltung der City, moderne Kitas und Schulen, gute Sportstätten - Beispiele von positiven Entwicklungen, die ich weiter begleiten und zum Erfolg führen möchte. Es gibt noch viel zu tun und ich möchte Neuwieds Entwicklung aktiv mitgestalten.

SWR Aktuell: Was ist das wichtigste Problem, das in Neuwied angepackt werden muss?

Einig: Für mich stehen vier Arbeitsfelder im Fokus: die Ansiedlung von Unternehmen und damit Schaffung gut bezahlter Arbeitsplätze. Mit Investoren hunderte neuer Wohnungen bauen (auf dem Rasselstein- und Boesnergelände und am Hafen). Eine familien- und kinderfreundliche Infrastruktur schaffen (zusätzlich 300 Kita-Plätze, Schul- und Sportstätten modernisieren), die Sicherung der medizinischen Versorgung und die Förderung von Ehrenamt und Vereinsleben in City und den Stadtteilen. Unser Ziel ist unsere Einwohnerzahl auf 70.000 zu steigern.

Neben günstigem Wohnraum brauchen wir hochwertigen Wohnraum.

SWR Aktuell: Neuer, bezahlbarer Wohnraum für die Stadt wird - wie in anderen Kommunen im Land - auch in Neuwied dringend benötigt. Wie wollen Sie das Problem lösen?

Einig: Wir schaffen bezahlbaren Wohnraum, etwa durch Quoten auf dem Rasselstein-Areal. Auch unsere GSG (Gemeindliche Siedlungs-Gesellschaft) baut. Aber wir müssen festhalten, dass Neuwied im Vergleich mit anderen Städten noch ein moderates Mietniveau hat. Wichtig ist ein ausgewogener Mix: Neben günstigem Wohnraum brauchen wir attraktiven, hochwertigen Wohnraum. Die Steuerkraft unserer Stadt und die Kaufkraft der Einwohner steigern - das ist unsere Aufgabe. Eine vitale Innenstadt lebt von Menschen, die sich wohlfühlen und einkaufen. Deshalb fördern wir Wohnangebote für alle Einkommensgruppen, um soziale Ausgewogenheit und nachhaltige wirtschaftliche Stabilität zu sichern.

SWR Aktuell: Die Stadthalle Heimathaus ist ein wichtiger Veranstaltungsort für die Menschen in Neuwied - aber noch immer ist nicht klar, ob das Heimathaus saniert oder neu gebaut wird - wo werden künftig Großveranstaltungen in Neuwied stattfinden?

Einig: Für den Übergang werden wir eine mobile Halle in Leichtbauweise erwerben. Eine solche ist uns für einen machbaren Betrag angeboten worden. Ich halte das für eine sehr gute Lösung. Wir müssen noch Details klären, vor allem was den Standort betrifft. Aber zum 1. Januar 2026 werden wir eine funktionstüchtige Veranstaltungshalle zur Verfügung stellen und damit eine Kultur-, Event- und Veranstaltungslocation für alle Nutzer des bisherigen Hauses anbieten können. Und parallel arbeiten wir konkret an Bau- und Zeitplänen für die Sanierung des Heimathauses. Dabei ist klar, dass der denkmalgeschützte vordere Bereich erhalten bleibt.

Unser neues Tourismuskonzept wird uns kaufkräftige Besucher bringen.

SWR Aktuell: Wie stehen Sie zum Thema Innenstadtentwicklung? Wie kann man Neuwied als Einkaufsstadt attraktiver machen?

Einig: Wir steigern seit einiger Zeit Stück für Stück die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität unserer City. Das ist - so sagen es die Fachleute - der Punkt mit der besten Hebelwirkung. Der andere sind die Geschäfte. Die können wir nicht selbst führen. Aber wir können über Wohnungsbau- und Gewerbeansiedlungspolitik die Kaufkraft erhöhen. Dazu kommen Veranstaltungen und Events: vom Currywurstfestival bis zum Gartenmarkt, vom Sandskulpturenfestival bis zum Stadtlesen, das im Frühsommer auf den Marktplatz kommt. Unser neues Tourismuskonzept wird uns kaufkräftige Besucher bringen, der Schiffsanleger ab Frühjahr 2026 unsere Stadt nachhaltig beleben.

SWR Aktuell: 2023 hat die Stadt einen Verkehrsentwicklungsplan beschlossen - mit dem Ziel den Radverkehr in der Stadt voranzubringen. Radwege sind seitdem auch entstanden. Wie wollen Sie die Stadt noch fahrradfreundlicher machen?

Einig: Wir investieren gezielt in den Radverkehr, planen Radwege bei Neubauten von Anfang an mit und haben dafür Mittel im Haushalt. So wird die Engerser Straße zur Fahrradstraße umgebaut, bei der Neugestaltung der Schlossstraße wird der Radverkehr priorisiert und in der Andernacher Straße werden wir weiter an einer sicheren Radfahrspur arbeiten und diese auch umsetzen. Wir wollen die Radwegverbindungen zwischen den Stadtteilen und der Stadt ausbauen und sicherer gestalten. Unser Ziel ist es, das Radwegenetz kontinuierlich zu erweitern und die Infrastruktur für Radfahrer nachhaltig zu verbessern.

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SWR